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1. Juli 2015

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Schatten auf der Seele  – Depressionen – häufig und häufig verkannt

Bei immer mehr Menschen steht das Stimmungsbarometer auf einem Dauertief. Viele der Betroffenen sind aus der älteren Generation. Worunter sie und andere Altersgruppen leiden, wird allerdings sehr häufig nicht oder erst sehr spät erkannt. Dabei können und müssen Depressionen wirksam behandelt werden.

Depression 1Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO werden Depressionen bald traurige Berühmtheit erlangen: bis zum Jahr 2020 werden sie neben Herzerkrankungen die wichtigste Ursache für Arbeitsunfähigkeit und Tod sein. Exakte Angaben darüber, wie viele aus der älteren Generation davon betroffen sind, gibt es nicht. Was allen voran daran liegt, dass sehr viele – zu viele – der Betroffenen gar nicht wissen, dass sie depressiv sind. Zum einen, weil sie mit ihren Beschwerden nicht zum Arzt gehen und zum anderen, weil sie, wenn sie es doch tun, von ihrem Arzt wieder nach Hause geschickt werden mit: »Na ja, das ist eben das Alter« oder noch schlimmer »jetzt reißen sie sich mal zusammen«. So kommt es zu einer hohen Dunkelziffer bei der Zahl der Patienten. Dadurch wird deren Bezifferung weiterhin erschwert, so dass Depressionen leider von vielen noch immer als Tabu gewertet werden. Wer daran erkrankt ist, spricht mithin tunlichst nicht darüber. Was soll man denn sonst denken?

Nichts von wegen »schlecht drauf«
Was auf dem Gemüt so vieler Menschen lastet, ist eine Stoffwechselerkrankung unseres Organs Gehirn. Von »schlecht drauf« und »seelischer Unpässlichkeit« weit entfernt – wenn auch einschneidende Ereignisse in der Biografie, Stress, Konflikte und Erbanlagen mit zu einer Depression beitragen können. Depressionen sind mithin, ebenso wie beispielsweise die Stoffwechselkrankheit Diabetes, alles andere als eine Bagatelle, sondern schwerwiegende körperliche Erkrankungen. Als solche gehören sie unbedingt und ausnahmslos in die Behandlung eines Facharztes. Je eher, desto besser.

Störfall auf den Nervenautobahnen
Wo auch immer das Stimmungsbarometer steht, es ist das Ergebnis der Aktivität von Milliarden von Hirnzellen. Was diese über ein unendlich weitverzweigtes Netz an Datenautobahnen untereinander austauschen, sind Neurotransmitter. Nervenbotenstoffe, die über unser psychisches Befinden bestimmen. Ist deren fein abgestimmtes Zusammenspiel gestört, wirkt sich das auch direkt auf die seelische Verfassung aus. Anders ausgedrückt: ist zu wenig oder zu viel von einem bestimmten Neurotransmitter im Nervensystem unterwegs, schlägt sich dies auf das emotionale Befinden nieder. So ist inzwischen belegt, dass bei psychischen Erkrankungen das Gleichgewicht der Nervenbotenstoffe entgleist ist. Bei Depressionen sind die Neurotransmitter Serotonin, Noradrenalin und Dopamin zu wenig vorhanden. Dieser Mangel macht sich schließlich in den seelischen und körperlichen Symptomen der Depression bemerkbar.

Typische depressive Symptome
Die Anzeichen einer Depression sind so weitgefächert, dass man auch von einem depressiven Syndrom spricht. Dabei machen sich die Schatten auf der Seele keineswegs nur psychisch bemerkbar. Vielmehr zeigen sich depressive Verstimmungen nur allzu oft in körperlichen Beschwerden wie Kopf- und Rückenschmerzen oder Herzbeschwerden. Da Depressionen solcherart »maskiert« auftreten können, bleiben sie häufig lange Zeit unerkannt – entsprechend leider auch unbehandelt.

Depression Fragen NEUHäufige psychische Symptome
• Selbstwertzweifel • Minderwertigkeitsgefühle
•„Symptomen-Trias“: Schuldgefühle gegenüber der Vergangenheit, Schwermut in der Gegenwart und Angst vor der Zukunft
• Versagens- und Zukunftsängste
• Konzentrationsschwierigkeiten
• Interesse- und Freudlosigkeit • Antriebs- und Kontaktarmut
• Reizbarkeit • Suizidgedanken
• Selbstschädigung (Autoaggression)
•Weinkrämpfe ohne ersichtlichen Anlass

Häufige körperliche Symptome
• Schlafstörungen
• Herzbeschwerden
• Rücken- und Kopfschmerzen
• Libidoverlust
• Verdauungs- und Kreislaufstörungen
• nachlassender Appetit

Wie steht’s um das Gemüt?
Je eher eine depressive Verstimmung erkannt wird, desto aussichtsreicher die Behandlung. Dazu hat sich die Weltgesundheitsorganisation (WHO) fünf Fragen ausgedacht, anhand deren Beantwortung die Gemütsverfassung erhoben werden kann – ein geringer Aufwand, der sich enorm lohnt.

Wege aus dem Stimmungstief
Der gestörte Haushalt der Neurotransmitter lässt sich korrigieren – durch Antidepressiva. Sie bringen die Menge an Nervenbotenstoffen wieder auf einen gesunden Level. Das gelingt ihnen, indem sie den Abbau der Neurotransmitter, allen voran von Serotonin, hemmen und so deren Konzentration erhöhen. Ein anderer Wirkmechanismus ist, die Transportproteine zu hemmen, die für den Rücktransport der Botenstoffe in die Nervenzelle verantwortlich sind. Dadurch stehen wieder genügend Neurotransmitter für den Informationsaustausch zwischen den Nervenzellen bereit.
Substanzen, die dazu imstande sind, stammen nicht nur aus dem Labor, sondern auch direkt aus der Natur. Gemeint ist damit allen voran Johanniskraut (Hypericum perforatum). Extrakte aus seinen Blüten sind ebenso wirksam gegen Depressionen wie Antidepressiva mit chemischen Wirkstoffen: Sie setzen ihren Hebel an den gleichen Stellen an, wie viele Studien inzwischen belegt haben.
Antidepressiva – natürlich oder synthetisch – sind damit ein sehr wirkungsvoller Ausweg aus dem Stimmungstief. Allerdings setzt ihr Effekt nicht von jetzt auf gleich ein wie bei einem Schmerzmittel. Zwei bis drei Wochen kann es durchaus dauern, bis sie Serotonin und andere Nervenbotenstoffe wieder auf Kurs gebracht haben. Etwas Geduld ist also gefragt, bis die ersehnte Erleichterung auf der belasteten Seele eintritt.

Weitere Strategien
• Probleme nicht für sich behalten, sondern das Gespräch mit Familie oder Freunden suchen.
• Nicht zurückziehen, sondern Freizeit mit anderen Menschen verbringen.
• »Seelentröster« wie Alkohol und Drogen meiden – sie können das Stimmungstief noch verstärken.
• Sport treiben: Wie Studien belegen, ist regelmäßige Bewegung ein wirksames Antidepressivum.
• Ausreichend schlafen, regelmäßig bewegen, am besten an der frischen Luft.
• Sonnenlicht trägt zur Stimmungsaufhellung bei.
• Unnötigen Stress vermeiden und regelmäßige Ruhepausen machen – mit Genuss.

Depressive Verstimmung und Depression
Phasen, in denen man mutlos, niedergeschlagen und schlechter Stimmung ist, kennt jeder. Sie sind meist vorübergehender Natur. Von depressiven Verstimmungen abzugrenzen sind Depressionen. Dabei handelt es sich um Stoffwechselstörungen im Gehirn, bei denen das Gleichgewicht der Neurotransmitter beeinträchtigt ist: wichtige Nervenbotenstoffe wie vor allem Serotonin sind in zu niedrigen Konzentrationen vorhanden und schicken die Seele auf Talfahrt.

Winterdepression
Eine leichte Form von Depressionen ist die saisonal abhängige Depression, kurz »SAD«. Verantwortlich für den winterlichen Trübsinn ist das Hormon Melatonin, das bei Lichtmangel und fehlender Sonnenbestrahlung vermehrt ausgeschüttet wird. In der Folge schaltet der Körper auf »Nachtbetrieb« um: Die Körperfunktionen verlangsamen sich, was sich auch in der Psyche niederschlägt. Eine Besonderheit der SAD ist, dass sie bei fast allen Betroffenen jährlich wiederkehrt. Im Frühling bessert sich dann der Zustand wieder. Birgit Frohn © SeMa

 

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