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Hautkrebsvorsorge – Der genaue Blick

Gerade bei Hautkrebs gilt: Früh erkannt, ist er gut heilbar. Das SeMa sprach mit Prof. Dr. Ingrid Moll, die fast 20 Jahre die Hautklinik des Universitätsklinikums Eppendorf leitete, über Vorsorge und Heilungschancen. Nun ist sie im Facharztzentrum an der Kampnagelfabrik tätig.

Dr. MollSeMa: Sie beschäftigen sich seit Jahrzehnten mit dem Thema Hautkrebs und haben zu diesem Thema auch habilitiert. Wie hat sich der medizinische Blick im Laufe Ihrer Tätigkeit auf diese Krebsart geändert?
Prof. Dr. Moll: Hautkrebserkrankungen haben auf jeden Fall zugenommen. Es sind auch mehr jüngere Menschen, schon ab Anfang 40, betroffen. Bei den Älteren hat sich die Anzahl nahezu verdoppelt. Das liegt zum einen daran, dass wir insgesamt älter werden. Aber zum anderen daran, dass die Menschen in den 60er- und 70er-Jahren wenig auf Lichtschutz geachtet haben, wenn sie in den Süden in den Urlaub gefahren sind. Zudem erkennt man mittlerweile auch die frühen Krebsformen, so dass die Zahlen in diesem Bereich steigen.

SeMa: Das heißt aber auch, dass es früher mehr Todesfälle gab.
Prof. Dr. Moll: Ja, und es gab mehr fortgeschrittene Hautkrebserkrankungen. Heute gibt es weniger davon, weil die Vorsorge glücklicherweise mehr wahrgenommen wird.

SeMa: Es gibt viele verschiedene Arten von Hautkrebs. Können Sie uns die wichtigsten nennen?
Prof. Dr. Moll: Das Basaliom und Spinaliom, auch weißer Hautkrebs genannt, sind die häufigsten bösartigen Tumore des Menschen. Ca. 80 Prozent der Basaliome sind am Kopf- und Halsbereich zu finden. Typisch sind kleine Knötchen im Gesicht, oft mit Blutkrusten, die nicht abheilen. Später kommen harte Knoten, die oft gräulich glänzen und offene Wunden hinzu. Am Rumpf hat das Basaliom ein anderes Aussehen, meist rötlich schuppende Herde ohne Wunde oder Knoten. Das Maligne Melanom ist der Krebs, der von den Melanozyten, also den pigmentbildende Zellen der Oberhaut, ausgeht. Er wird auch schwarzer Hautkrebs genannt.

SeMa: Welche verschiedenen Methoden der Hautkrebsvorsorge gibt es?
Prof. Dr. Moll: Zunächst ist es das Ansehen mit dem Auge und dann das Nachsehen mit einem kleinen Aufsichtmikroskop, mit dem man die Stelle in der Vergrößerung sieht. Diese kann man dann fotodokumentieren und bei der Wiedervorstellung die einzelnen Herde vergleichen.

SeMa: Wie kann man Hautkrebs heilen, wenn er entdeckt wird?
Prof. Dr. Moll: Da gibt es sehr unterschiedliche Methoden. Man kann in frühen Formen mit Cremes behandeln, die den Krebs Zelle für Zelle zerstören. Dadurch wird der Krebs quasi nach und nach abgeblättert. Das dauert einige Wochen. Eine photodynamische Therapie zerstört den Krebs durch UV-Strahlen. Ebenso gibt es eine Kryotherapie, also eine Behandlung mit Kälte. Der Krebs wird sozusagen eingefroren, so dass er sich abpellt. Diese Methoden zeigen im Frühstadium gute Erfolge. Mit Laser oder speziellen Mikroinstrumenten kann man den Krebs ebenso abbrennen bzw. abschaben. Die fortgeschrittenen Fälle müssen operiert werden. Die Stelle wird rausgeschnitten und die Haut vernäht.

Hautkrebs 2SeMa: Bildet Hautkrebs Metastasen?
Prof. Dr. Moll: Es kommt darauf an. Der weiße Hautkrebs macht dies selten und höchstens im fortgeschrittenen Stadium, so dass man lange Zeit hat, ihn zu behandeln. Der schwarze Hautkrebs bildet schon früh in kleinen Ausdehnungen Metastasen, die schnell wachsen und dann auch zu Todesfällen führen. Er gehört zu den bösartigsten Krebserkrankungen des Menschen überhaupt. Oft ist das Knötchen an der Haut noch sehr klein und nicht bemerkt, hat aber schon im Körper gestreut. Er verursacht mehr als 90 Prozent der Todesfälle, die an dermatologischen Erkrankungen versterben.

SeMa: Kann man auch selbst etwas bei der Erkennung von Hautkrebs tun?
Prof. Dr. Moll: Ja, man kann seine Haut selbst anschauen und wenn man Veränderungen wahrnimmt, muss man reagieren und diese einem Hautarzt zeigen. Muttermale sollten im Erwachsenenalter nicht mehr wachsen. Auch Wunden, die nicht heilen, und nach sechs Wochen immer noch nicht verschwunden sind, sollte man einem Arzt zeigen.

SeMa: Ist es möglich, Hautkrebs zu verhindern?
Prof. Dr. Moll: Durch die Beobachtung der Haut kann man auf jeden Fall Vor- und Frühstufen erkennen. Wirklich verhindern kann man Hautkrebs durch einen bewussten Umgang mit Sonnenlicht. Hier sollte man mit Lichtschutzcremes und Kleidung die Haut schützen. Vermeiden Sie auch den häufigen Besuch eines Solariums. Es gibt zudem eine genetische Vorbelastung. Beim weißen Hautkrebs sind es häufiger die blonden, hellhäutigen Menschen, die leicht einen Sonnenbrand bekommen. Beim schwarzen Hautkrebs sind es die Menschen mit vielen Muttermalen, also wenn es über dreißig sind.

SeMa: Danke für das Gespräch. 

S. Rosbiegal © SeMa

 

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