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Müde Venen brauchen Hilfe

Krampfadern nennt man dauerhaft erweiterte Venen, die sich meist unregelmäßig am Bein schlängeln. Mitunter kommen sie auch im Beckenbereich vor. Wer sie rechtzeitig behandeln lässt, beugt Komplikationen vor und verbessert die Venenfunktion.

Kleine und große Venenprobleme
Als sogenannte Besenreiser sind die kleinsten defekten Venen bekannt, die fein verästelt meist violett durch die Haut schimmern. Sie sind eher ein kosmetisches als ein medizinisches Problem und können mit Verödung oder Lasertherapie behandelt werden.
Lässt die Venenfunktion aber deutlich nach, kommt es zu Schmerzen. Die Beine schwellen leicht an und verursachen ein Spannen. Gerade an warmen Tagen sowie nach langem Stehen und Sitzen fühlen sich die Beine schwer an. Wer diese Anzeichen missachtet, riskiert im schlimmsten Fall Hautveränderungen, Geschwüre und Thrombosen.

Hilfe gegen müde Beine
Fühlen sich die Füße und Beine abends müde und schwer an, hilft es, die Beine hoch zu legen. Nach langem Sitzen oder Stehen sollten die Füße und Beine Bewegung bekommen.
Auch eine Wechseldusche tut gut. Dazu in die Dusche stellen und den Strahl im Wechsel von kaltem und warmem Wasser von den Füßen bis hinauf zu den Knien führen. Der letzte Guss sollte mit kaltem Wasser erfolgen.

Wenn es schmerzt
Eine erweiterte Hautvene kann sich entzünden. Eine Entzündung in dem Bereich schmerzt. Die Stelle ist sehr warm und gerötet. Eine mögliche Auswirkung kann sein, dass sich das Gefäß an dieser Stelle durch ein Blutgerinnsel verstopft. Dieses Gerinnsel nennt sich Thrombose. Lebensbedrohlich kann eine Thrombose werden, wenn sich das Gerinnsel oder Teile davon lösen und zum Herzen wandern. Von dort kann es in den Lungenkreislauf gelangen und Gefäße verstopfen. Diese sogenannte Lungenembolie kann lebensbedrohlich sein. „In Deutschland sterben jährlich bis zu 40.000 Menschen an einer Lungenembolie“, so die Deutsche Gefäßliga e.V. Anzeichen einer Lungenembolie sind Brustschmerzen beim Atmen, Luftnot oder Herzrasen.

Rechtzeitig handeln
Zeichnen sich Venen deutlich unter der Haut ab, bilden Knoten und schlängeln sich, ist es an der Zeit, dies einem Venenspezialisten zu zeigen. Eine der wichtigsten Untersuchungsmethoden bei Verdacht von Krampfadern auch im tiefen Venensystem ist die farbkodierte Duplexsonografie mit Doppler-Ultraschallsonde. Mit dieser bildgebenden Methode können Ärzte den Zustand des Venensystems einschließlich der Venenklappen, des tiefen Venensystems und Thrombosen erkennen. Gleichzeitig kann mit der Sonde die Strömungsrichtung und Geschwindigkeit des Blutes in den Venen gemessen werden. Welche Untersuchungen sich zur Diagnose eignen, sollte ein entsprechender Spezialist entscheiden.

Krampfadern Dr. BruningDas SeMa sprach über den Unterschied bei Frauen und Männern und über die Behandlungsmöglichkeiten bei Venenerkrankungen mit Dr. med. Guido Bruning, Chefarzt im Zentrum für Venen- und Dermatochirurgie des Tabea Krankenhauses. Die Klinik ist heute die größte Fachklinik für Venenmedizin im norddeutschen Raum.

SeMa: Männer leiden seltener an Krampfadern als Frauen. Woran liegt das?
Dr. Bruning: Dies ist in der Medizin immer noch nicht wirklich geklärt. Sicher ist, dass die hormonellen Verschiebungen in der Schwangerschaft, die zu einer Erweichung des Bindegewebes führen (gewollt, da dies den Geburtskanal erweitert) nicht zuträglich für den venösen Halteapparat sind. Dies in der Kombination mit ungünstigen Druckverhältnissen führt zu einem deutlich erhöhten Risiko, dass während einer Schwangerschaft Krampfadern entstehen. Dieses Risiko besteht für Männer naturgemäß nicht.
SeMa: Männer haben im Vergleich ein höheres Risiko, eine Thrombose zu bekommen. Warum?
Dr. Bruning: Männer haben eine erhöhtes Risiko eine Rezidiv-Thrombose zu bekommen. Die Ursache hierfür ist unklar. Bei der ersten Thrombose ist das Risiko für junge Frauen deutlich höher als für Männer. Das liegt wahrscheinlich an einer möglichen hormonellen Empfängnisverhütung. Im Alter ist das Risiko bei beiden Geschlechtern gleich.

SeMa: Um die Gefahr, eine Thrombose zu erleiden, zu senken, sollte man rechtzeitig handeln und Krampfadern behandeln lassen. Woran erkennt man die Venenschwäche?
Dr. Bruning: Ob Krampfadern wirklich das Thromboserisiko erhöhen, ist letztendlich unbewiesen. Meiner Meinung nach nicht. Eine Venenschwäche erkennt man an hervortretenden geschlängelten Venen am Bein. Die erste Folge sind oft abendliche Schwellneigung, Schweregefühl und heiße Beine.

SeMa: Die erste Wahl bei vielen Patienten mit Venenleiden sind Kompressionsstrümpfe. Welche Therapieformen eignen sich außerdem?
Dr. Bruning: Bei Venenerkrankungen sind die Klappen im oberflächlichen Venensystem defekt. Diese Venen transportieren ca. 10% des Blutes aus den Beinen zurück. Die tiefen Venen 90%. Durch den Klappenschaden transportieren die oberflächlichen Venen gar kein Blut mehr nach oben, im Gegenteil: es kann Blut wieder von oben nach unten ins Bein zurück sacken. Dies müssen die tiefen Venen zusätzlich mit transportieren. Die erste Option ist die Erhöhung der Transportleistung der tiefen Venen. Dies geschieht, indem man die Muskelwadenpumpe in einen Kompressionsstrumpf einpackt und dadurch die Pumpleistung deutlich verbessert.
Die Alternative dazu ist, die defekten Venenabschnitte aus dem Blutkreislauf auszuschalten. Dies geschieht klassischer Weise operativ (Venenstripping). Alternativ können die Venen durch Hitze von innen (endovenös) verschlossen werden (Radiowelle, Laser) oder verklebt werden (Venenkleber, Verödung). Die Hitzeverfahren (Laser/Radiowelle) sind der Operation ebenbürtig, haben aber eine ähnliche Komplikationsrate und Rezidivrate bei identischem kosmetischen Ergebnis. Der Kleber verbleibt im Körper und wird nicht aufgelöst. Langzeitfolgen sind noch nicht absehbar. Die Verödung ist bei defekten Stammvenen den anderen Verfahren unterlegen.

SeMa: Wie kann man selbst für gesunde Venen sorgen?
Dr. Bruning: Viel ist Veranlagung, die kann man nicht beeinflussen. Gut ist Bewegung, wenig sitzen und vermeiden von Übergewicht. Auch Venengymnastik gerade bei sitzenden Berufen kann hier hilfreich sein.

SeMa: Danke für das Gespräch. S. Rosbiegal © SeMa

 

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