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Außergewöhnliche Automaten ...

... jetzt auch – to go – in Hamburg

Bet-Boxautomat

Die Geschichte der Automaten beginnt schon in der Antike. Auch in der griechischen Mythologie gibt es eine Menge künstlicher Vögel sowie gehende und sprechende Statuen. Auch im antiken Rom soll es selbst fahrende Mechanismen gegeben haben.

In Deutschland arbeiteten im 16. Jahrhundert eine Anzahl von Goldschmieden und Feinmechanikern, die Automaten bauten. Im 18. Jahrhundert war das Interesse der Öffentlichkeit an Automaten groß. Eine Sammlung vieler Automaten ist im Deutschen Automatenmuseum in Espelkamp im Schloss Benkhausen in Nordrhein-Westfalen, 200 Kilometer südwestlich von Hamburg zu sehen. Noch bis 6. Juni 2021 wird in den Räumen auch eine Sonderausstellung gezeigt, mit dem Thema: Die 1970er-Jahre in Deutschland. Die Besucher werden auf eine Reise in die Vergangenheit mitgenommen, in die damals unglaublich spannende Zeit. Das Museum zeigt Automaten, die die technischen Wunderwerke ihrer Zeit repräsentieren. Eine einzigartige Sammlung, die zirka 1800 Exponate umfasst, ist barrierefrei zu bestaunen.

Insektenfutterautomat

Erstaunlich, was man heutzutage alles aus Automaten ziehen kann. Neben Spiel-, Kaffee-, Musik- oder Zigarettenautomaten, traten auch Kaugummiautomaten ihren Siegeszug an. Sie kamen in der Nachkriegszeit mit den Kaugummis aus Amerika nach Deutschland. Inzwischen wurden einige von ihnen umfunktioniert und mit brauchbaren Dingen bestückt. Bestes Beispiel dafür ist der Bienenfutterautomat (Hamburg-Altona, Am Felde 26), den Sebastian Everding aus einem ausgedienten Kaugummiautomaten bastelte.

Mit nur 50 Cent können viele Insekten überleben, denn diese gelben Kästen enthalten Blumensamen oder auch Krokuszwiebeln, die später als Nahrung auch für Bienen dienen. Sehr hilfreich sind auch Milchautomaten (im EDEKA-Markt Naturkind, Harkortstr. 81 D). Für einen oder zwei Euro zieht man eine Glasflasche, die dann gefüllt wird mit Bio-Vollmilch, die ausschließlich von glücklichen Kühen kommt, die vor den Toren Hamburgs leben.

Regenschirmautomat

Fahrradschläuche in verschiedenen Größen, erhältlich zu je acht Euro, enthält der Automat, der im Hof der Uni Hamburg (Schlüterstraße) an der Wand der Fahrradstation  befestigt ist. Sehr praktisch ist auch der Regenschirmautomat. Michael Heise aus Brunsbüttel sorgt mit den Schirmen, die für vier Euro in zwölf Farben erhältlich sind,  dafür, dass in unserer Hansestadt bei Schmuddelwetter viele Frisuren trocken bleiben. Diese sehr nützlichen Automaten hängen u. a. in der Rindermarkthalle, im Parkhaus Reichenstraße und auch im Arena-Hostel in der Fangdieckstraße.

Der wahrscheinlich wichtigste Automat in der heutigen Zeit ist der, der für 1 Euro eine Maske auswirft. Gesehen haben wir ihn vor der NETTO-Filiale in der Steilshooper Allee. Einzigartig ist der Bet-Box-Rosenkranzautomat, der in der katholischen St.-Joseph-Kirche in Wandsbek befestigt ist. Schon für zwei Euro bekommt man Rosenkränze oder Armbänder mit religiösen Motiven to go. Der Theologe Sebastian Fiebrig hatte die Idee zu dieser Box. „Ich habe im Internet einen gebrauchten Automaten gekauft, restauriert, bemalt und mit den Rosenkränzen und Armbändern bestückt. Mit dem Kauf der kleinen Schachtel mit den religiösen Inhalten, wollen wir bei unseren Besuchern ein Lächeln hervorrufen und sie auch mit einem Augenzwinkern zum Beten anstiften“.

Maskenautomat

Sehr kurios ist der Automat, der im Museumshafen in Övelgönne angebracht ist – ein mit Kunst befüllter Automat namens Schlechtelaunefresser. Er ist ein umgebaute Zigarettenautomat mit der Aufschrift „Kunst statt Dunst“. Für sechs Euro ersteht man ein kleines Kunstwerk, einen handgefertigten „Spaßi“ aus hochwertigem Holz. Eine Künstlerin aus Hamburg-Moorburg fertigt liebevoll fünf verschiedene Gute-Laune-Bringer. Jeder Spaßi vertreibt Kummer und Sorgen und frisst die schlechte Laune, die er als seine Lieblingsnahrung auserkoren hat.     

 

Marion Schröder © SeMa

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