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Mit Gas- und Stromwechsel Geld sparen

Erwacht, ihr Schläfer drinnen eine dringende Einladung zur Untreue

Der bekannteste Schläfer der Spionagegeschichte war Kim Philby. Er lieferte Moskau praktisch die gesamten Interna des britischen Geheimdienstes und starb dort hoch geachtet am 11. Mai 1988. Hoch begehrt, wenn auch nicht zwingend geachtet, sind bei den Lieferanten von Strom und Gas Millionen von „Schläfern“, wie sie liebevoll in der Branche genannt werden, die ihnen unverbrüchlich die Treue halten – Preiserhöhungen hin oder her. Treue, so heißt es, sei eine urdeutsche Tugend. Von Treue kündet auf Wunsch der beim Volk beliebten Königin Luise das Glockenspiel der Garnisonkirche in Potsdam. Es spielt zu jeder halben Stunde die Melodie des

Liedes „Üb‘ immer Treu und Redlichkeit“. Bei diesem von Mozart vertonten Gedicht mit dem Titel „Der alte Landmann und sein Sohn“ des Ludwig Christoph Heinrich Hölty (1748–1776) kann wohl die Mehrzahl der älteren Deutschen zumindest die ersten zwei Zeilen auswendig zitieren. Die Botschaft lautet: „Treue wird belohnt“.

Belohnte Treue war einmal

Weder Hölty noch Mozart oder die Königin Luise kannten Elektrizität oder Erdgas. Ob zu ihrer Zeit Treue des Kunden zum Lieferanten belohnt wurde, kann nicht mehr überprüft werden. Dass Treue im Geschäftsleben und selbst bei privaten Haushalten oft ein anderes Wort für Dummheit sein kann, lässt sich bei Strom und Gas hingegen beweisen. Denn die „Schläfer“ sind es, die – ohne es wirklich zu wollen – den Energielieferanten die Kassen füllen, weil sie es versäumen, sich einmal etwas eingehender mit deren Preispolitik zu beschäftigen. Diese „Schläfer“ sind keineswegs Verschwender – bei ihren „normalen“ Einkäufen achten sie sehr wohl auf die Preise. Und wenn sie sich einmal etwas Teureres gönnen, dann genießen sie das Gekaufte ganz bewusst. Doch wie geht das bei Strom oder Gas? Welcher Mehrwert ergibt sich daraus, hier mehr zu zahlen als notwendig? Denn eines steht fest: Preiswerter Strom ist nicht „dünner“ und günstiges Erdgas heizt nicht schlechter als das von teureren Lieferanten. Doch wer ist „teuer“ und wer „günstig“? So paradox es klingt – fast jeder Lieferant ist beides.

Lockvogelangebote und europäisches Preisgefälle

Als Einstiegspreis bieten fast alle Anbieter von Strom und Gas im Regelfall für die ersten zwölf Monate günstige Konditionen an. Wer es allerdings versäumt, innerhalb dieser Zeit rechtzeitig zu kündigen oder telefonisch mit dem Vertragslieferanten über die Anschlusspreise zu verhandeln, wird recht unsanft mit Erich Honeckers Lieblingsspruch konfrontiert „Vorwärts immer – rückwärts nimmer“, denn so reimte der Staatsratsvorsitzende. Allerdings meinte er damals den Sozialismus und nicht die Strompreise, die in Deutschland in den letzten zehn Jahren für private Haushalte um stolze 31Prozent gestiegen sind. Dass es in den Ländern der Europäischen Union für Benzin und Diesel unterschiedliche Preise gibt, springt dem Touristen förmlich ins Auge. Diese Preisunterschiede sind aber geradezu Bagatellen im Vergleich zu den Strompreisunterschieden für private Haushalte. So zahlten die Dänen im Schnitt 2018 je kWh 31,2 Cent – die Ungarn lediglich je kWh 11,2 Cent. Den Dänen dicht auf den Fersen sind die deutschen Verbraucher mit 30,0 Cent. (Durchschnitt EU 21,1, Frankreich 18,0, Niederlande 17,1) Strom ist eines der Produkte, bei denen der Staat über Steuern und Abgaben in jedem Land anders massiv in die Preisgestaltung eingreift. Dass das in Deutschland besonders ungünstig ausfällt, daran kann der Verbraucher nichts ändern.

Selbst handeln oder Service nutzen

Er kann aber zumindest darauf achten, dass er darüber hinaus nicht unnötig zu viel bezahlt. Wer das selbst tun will, muss sich jährlich mit dem Markt für Strom und Gas beschäftigen. Im Internet gibt es Vergleichsportale wie check24 oder Verivox. Allerdings ist hier nicht immer leicht zu ersehen, ob und in wieweit bestimmte Anbieter auf das Ranking Einfluss nehmen. Bei über 1.000 Anbietern mit mehr als 13.000 Tarifen ist es schier unmöglich, den Überblick zu behalten. Deshalb ist für alle Verbraucher, die nicht länger „Schläfer“ sein wollen, sinnvoll, ein in diesem Jahr von „Finanztest“ überprüftes Angebot von Wechseldiensten zu nutzen. Diese Dienstleister übernehmen für ihre Kunden alle notwendigen Aktivitäten, um immer beim jeweils günstigsten, seriösen Stromlieferanten zu kaufen. Nehmen sie für diesen Service eine Provision, dann profitiert der Kunde dennoch ganz erheblich. Besonders ältere Verbraucher mit einer gewissen Scheu vor Computer und/oder Papierkrieg sind bei den nachstehenden, als „sehr empfehlenswert“ getesteten Firmen gut aufgehoben. Im Internet finden sich weitere Anbieter.   

Firmen, die regelmäßig für ihre Kunden den Strom- und Gasanbieter bzw. Tarif wechseln

www.Esave.de - Wechsel per Telefon, 07732/890 93 87
www.Switchup.de - nur Internet
www.Wechselpilot.com - nur Internet
www.Wechselstrom-ac.de - Wechsel per Telefon, 0241/89 43 92 73

F.J. Krause © SeMa