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Social Start-up

Wir sehen uns nicht nur als gesichtslose Abholer – Social Start-up holt Altglas und -papier ab

„Nie wieder Altglas, Altpapier und Pfand wegbringen“ – so titelt das Angebot eines neuen Hamburger Social Start-ups. Dabei geht es natürlich nicht darum, Altglas oder Altpapier zu Hause aufzubewahren oder zu horten, sondern: Jemand übernimmt für Privatleute, Geschäfte oder Gastronomie diesen Dienst.

Seit knapp zwei Jahren ist das Social Start-up recyclehero mit Sitz in Hamburg-Rotherbaum mit seinen Lastenrädern in Hamburg unterwegs. Vor Corona habe sich alles gut entwickelt, der Kundenstamm sei stetig gewachsen, erzählt Nadine Herbrich, Mit-Gründerin und  Head of Operations bei recyclehero. „Über 100 Kunden nehmen unseren Service in Anspruch – der überwiegende Teil der Kunden bezieht unsere Dienstleistung im Abo: Manche regelmäßig dreimal die Woche, andere vielleicht alle drei Wochen einmal. Immer nach Bedarf“, sagt sie.

„Wir sehen uns nicht nur als gesichtslose Abholer“ (Nadine Herbrich)

„Unser Geschäft ist allerdings aufgrund der Schließung fast all unserer Kunden um circa 75 Prozent eingebrochen, aber die Anfrage von Privathaushalten ist in dieser Zeit leicht angestiegen, und die Nachfrage steigt jetzt mit der Wiedereröffnung der Restaurants und Geschäfte generell wieder an“, freut sich die Unternehmerin, die sich gemeinsam mit ihrem Geschäftspartner Alessandro Cocco, 36, vor allem auch der sozialen Idee verschrieben hat: „Wir sehen uns nicht nur als gesichtslose Abholer!“, betont sie. „Oft schnacken wir auch mit den Menschen, haben ein offenes Ohr und bieten Hilfe an, wenn wir können. Wir freuen uns, wenn wir der Gesellschaft etwas zurückgeben, uns nützlich machen können und das nachhaltig.“

Dass das Abholen von Glas und Altpapier auch bei Privatleuten gut genutzt wird, freut Herbich besonders. „Wir haben eine 70-jährige Kundin, für die die Schlepperei aus ihrer Wohnung heraus nicht mehr so einfach ist. Wir bringen ihr einmal im Monat unsere ‚grüne Kiste‘. Wenn sie voll ist, holen wir sie wieder ab und stellen eine neue auf. Anruf genügt.“ Dabei müsse es nicht einmal zu einem persönlichen Kontakt kommen. Die Kundin riefe an (oder schreibe eine Mail), sobald ihre Kiste voll ist und innerhalb der nächsten drei Tage würde die Sammelbox aus dem Treppenhaus oder auch vor der Haustür abgeholt. Ein Preisbeispiel: In eine grüne Kiste passen etwa 45 Flaschen. Das entspricht ungefähr 20 Kilogramm. Kostenpunkt fürs Bereitstellen und Abholen: 7,90 Euro.

„Je älter die Kunden sind, desto mehr freuen wir uns, dass wir sie entlasten können“ (Nadine Herbrich)
„Als Schülerin habe ich in der mobilen Seniorenpflege gejobbt, daher weiß ich, dass viele Ältere einsam sind und Unterstützung brauchen“, sagt die 34-Jährige. „Wir wollen mit unserem Angebot eine vertrauensvolle Entlastung auch für Senioren sein. Für mich sind ältere Menschen – ich habe auch glücklicherweise noch meine Großeltern – besonders sensible Personen.“ Weiterer Pluspunkt: Beim Angebot von recyclehero – die Transporte werden alle mit dem Lastenrad erledigt – wird ganz nebenbei auch noch die Verkehrswende vorangetrieben und das Thema Recycling in der Stadt vorangebracht.

Und so geht’s:

1. Grüne Abholbox bestellen und Abholrhythmus festlegen.
2. Altglas/Pfand/Altpapier in der Box sammeln.
3. Die volle Box wird im vereinbarten Zeitfenster abgeholt.

Privathaushalte können aus zwei Angeboten wählen: Entweder es wird ein Abonnement abgeschlossen. Das heißt, recyclehero holt regelmäßig Altglas und Altpapier ab, oder es wird auf Abruf, zum Beispiel nach einer Feierei, auf Bestellung abgeholt. Damit das Ganze nachhaltig ist, wird „der Abfall“ nur auf einem Lastenrad transportiert. Dabei wird zudem die Umwelt geschont. Der Service steht auch für Büros, Shops und Gastronomie zur Verfügung.

Weitere Infos unter: www.recyclehero.de, Kontakt: Nadine Herbrich, Tel. 0175/682 69 25, E-Mail: info@recyclehero.de

 

Corinna Chateaubourg © SeMa