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Arrivals – Ankunft – Advent

Singend auf Weihnachten warten!

Zwei Wegweiser sind auf allen Flughäfen der Welt gleich und gleich wichtig: „Departures – Abreise“ und „Arrivals – Ankunft“. Es lohnt sich, auf dem Flughafen Fuhlsbüttel einmal den Schildern „Ankunft“ zu folgen. Dort finden sich zu fast jeder Tageszeit Menschen, die auf jemanden warten. Nicht selten haben die Wartenden Blumen dabei, Luftballons, kleine Geschenke oder andere originelle Überraschungen. Die wissen, auf wen sie warten, und oft gibt es stürmische Begrüßungsszenen. Einige hingegen haben nur ein Schild in den Händen, warten also auf jemanden, den sie nicht kennen. Sie werfen sich dem ankommenden Fluggast nicht um den Hals; doch wenn der Erwartete kommt, sind auch die Schildträger froh. Dann ist auch für sie das Warten vorbei.

 Foto: privat

Advent – Ankunft ...

... so heißen die vier Wochen vor Weihnachten. Irgendwie findet sich in dieser Zeit jeder an den Terminals des Lebens wieder; irgendwie wartet, erwartet oder wünscht in diesen Tagen jeder etwas. Die Kinder, dass das Fest bald kommt, die Eltern, dass sie die Wünsche ihrer Kinder erfüllen können, dass es ein harmonisches Fest wird, und ebenso viele Menschen wünschen vielleicht auch, dass Weihnachten nur schnell wieder vorbei ist. Alle warten – aber stehen alle am gleichen Schalter, haben sich alle am Hinweis ‚Advent – Ankunft‘ orientiert? Erich Fried (1921–1988) hat in einem Gedicht seine Antwort auf die Frage nach dem Ziel des menschlichen Wartens so ausgedrückt:

Christiane Hrasky ist begeisterte Kirchenmusikerin und Chorleiterin des Franz-Schubert-Chores Hamburg, der am 12. November im Großen Saal der Laeiszhalle mit einem interessanten Programm auftritt.

Foto: privat

Noch einmal sprechen vom Glück der Hoffnung auf Glück, damit noch einige fragen: Was war das, wann kommt es wieder?

Warten – eine schwere Kunst

Nicht nur Kinder – auch Erwachsene warten selten gern. Warten, dessen Ende nicht greifbar erscheint, zerrt an den Nerven. „Kind, wenn Du alt bist“, so versicherten früher die Großeltern gern, „dann vergeht die Zeit viel schneller!“ Was die Kinder damals nicht glauben wollten, das ist ihnen als Senioren heute Gewissheit. Dennoch fällt auch Senioren das Warten schwer. Jeder hat seine eigene Methode, mit dem Warten umzugehen. Reicht es dem Einen, sitzend mit den Fingern auf dem Tisch zu trommeln, hält es den Anderen nicht auf dem Stuhl. Mit schnellen Schritten durchmessen sie den Raum; so als würde sie das schneller zum Ziel bringen. In den Servicewüsten rund um die Schalter von Sparkassen, Banken und der Post-Bank ist das stehende Warten besonders für ältere Menschen zudem eine mit Schmerzen verbundene körperliche Herausforderung für die in nur wenigen Fällen Lösungen angeboten werden. Getoppt wird die Qual des Wartens in den Schlangen vor den Personenkontrollen des Flughafens. Hier führt das Warten nicht nur Senioren, sondern auch Eltern mit Kindern an ihre Grenzen.

24 Tage freudiges Warten

Johann Hinrich Wichern, der Gründer des „Rauhen Hauses“ in Hamburg-Horn, gilt als Erfinder des Adventskranzes. Der „Kranz“ war ein Wagenrad mit vier großen weißen und 20 kleinen roten Kerzen, das erstmals am 1. Advent im Jahr 1839 im Betsaal des „Rauhen Hauses“ unter  der Decke hing. Landeskantorin Christiane Hrasky, Leiterin des Kirchenchorwerks der Nordkirche, bietet ab Sonntag, den 27. November, einen Advents-Singkalender an, der zwar nicht an der Decke hängt, dessen „Türchen“ dafür aber täglich per E-Mail ins Haus kommen. Es ist ein Kalender, auf den sich schon in den letzten Jahren viele Menschen freuten und es auch in diesem Jahr wieder können. In der Bibel wird viel gesungen – allein im Alten Testament 77-mal. Dem Kirchenlehrer Augustinus von Hippo (354 – 430) wird der Satz zugeschrieben „Wer (gut) singt, betet doppelt.“ Gesang ist in den Kirchen zu jeder Jahreszeit ein unverzichtbares Element der Gottesdienstgestaltung. Die Advents- und Weihnachtszeit ist aber ganz besonders musikerfüllt – in ihr werden in Kitas, Schulen, Kirchen, Konzertsälen und Haushalten Advents- und Weihnachtslieder und Weihnachtsoratorien gesungen.

Der Kinderchor Jona aus Trittau könnte sich hinter einem der Türchen befinden. Foto: privat

Hinter den Türchen

Das ganz besondere am Advents-Singkalender der Landeskantorin ist die Mischung der musikalischen Beiträge. Neben „normalen“ Kirchenchören und fast professionellen Musikern sind es ganz besonders die Kinderchöre und Kita-Gruppen, deren Gesang ans Herz geht. Die kurzen Sequenzen adventlicher Musik des Kalenders sind nicht nur für ältere Menschen ein Geschenk. Wo sonst bietet sich die Gelegenheit, täglich musikalisch auf dem Weg bis Weihnachten begleitet zu werden? Öffnen sich die Türchen des Kalenders, sind Kinder, Jugendliche und Erwachsene aus Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein zu sehen und zu hören, die mit Begeisterung geprobt haben, um anderen eine Freude zu machen. Begleitet von ihrem Musizieren ist Warten nicht langweilig – fast kommt dann Weihnachten zu früh. Hier geht’s zur Anmeldung für den Kalender in der Rubrik „Sänger“: https://kirchenchorwerk-nordkirche.de/newsletter/  

Singen 60+

Kürzlich trat in der Elbphilharmonie – mit Kartenpreisen bis zu 467 Euro – Plácido Domingo (* 21. Januar 1941 in Madrid) auf. Nicht mehr als Tenor, sondern als Bariton. Im fast ausverkauften Konzert wurde er von seinen Fans bejubelt. Dennoch ist unstrittig: Im Alter verändert sich die Stimme – nicht nur die Stimmlage. Es gibt aber für jedermann die Möglichkeit, den Prozess zu verlangsamen oder Verbesserungen zu erzielen. Singen fördert das seelische Wohlbefinden, stärkt das Immunsystem, beugt damit Erkältungen vor und ist so ein wirksames rezeptfreies „Medikament“.

Damit das Singen im Alter klappt, bietet Christiane Hrasky im Internet ein kostenloses Seminar an. Hier geht’s zu „Schöner singen 60plus“: https://kirchenchorwerk-nordkirche.de/schoener-singen/    

 

F. J. Krause © SeMa

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