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Bethesda Forschungspreis 2021

Dem Altern auf der Spur!

So stellte Lucas Cranach der Ältere seinen Jungbrunnen da. Das Bild ist in der Gemäldegalerie Berlin zu
bewundern.
Quelle: Wikipedia

„Jeder möchte lange leben, aber keiner will alt werden“, notierte Jonathan Swift (1667–1745), der für seine Zeit das beachtliche Alter von 78 erreichte. Heute ist die Lebenserwartung deutlich höher als zu Zeiten des „Gullivers Reisen“-Autors, der die letzten Jahre seines Lebens von etlichen Krankheiten geschlagen war. Dennoch gibt es auch in unseren Tagen sich hartnäckig haltende Einschätzungen, die längst überholt sind. „Alter wird undifferenziert meist noch ,mit körperlichem und geistigem Abbau und erhöhten Belastungen gleichgesetzt. Den meisten Menschen ist es unbekannt, dass die heute 70-Jährigen biologisch-medizinisch aber so fit sind wie 60-Jährige vor einer Generation“, so Dr. Katja Patzwaldt vom Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung in Wiesbaden.

Trotz dieser erfreulichen Entwicklung – immer noch setzt bei jedem Menschen bereits in jungen Jahren weitgehend unbemerkt der Alterungsprozess ein. Ab dem 55 Lebensjahr – so die Faustformel – wird das Alter offensichtlich. Der Muskelabbau beginnt. Das Verhältnis Muskeln zu Fett ändert sich auch bei scheinbar schlanken Menschen zugunsten des Fetts.  Niere oder Leber lassen in ihrer Funktion nach. Das Herz gerät unter Druck, wenn die Blutgefäße langsam verkalken und der Blutdruck steigt. Dennoch ist der Mensch dieser Entwicklung nicht gänzlich ausgeliefert. Gesunde Lebensweise ist das Zauberwort – umgekehrt können Bewegungsmangel, Nikotin, starker Alkoholkonsum und Dauerstress dazu führen, dass 55-jährige die körperliche Konstitution von 80-Jährigen haben. Während sich Maler und Bildhauer seit Jahrhunderten mit dem reizvollen Gedanken des „Jungbrunnens“ beschäftigen, sind es heute Mediziner, die den Alterungsprozessen auf der Spur sind und nach Wegen suchen, ihnen entgegenzuwirken.

Dr. med. Björn Hegner, Chefarzt der Vitanas Klinik und Tagesklinik für Geriatrie, erhielt den Bethesda Forschungspreis 2021. Er ist mit seiner Forschung Zellalterungsprozessen auf der Spur.
Foto: Vitanas

Einer von ihnen ist Dr. med. Björn Hegner, Chefarzt der Vitanas Klinik und Tagesklinik für Geriatrie Märkisches Viertel in Berlin-Reinickendorf. Er ist Facharzt für Innere Medizin mit Schwerpunkt Nephrologie und der Zusatzbezeichnung Geriatrie. Mit seiner Forschungsarbeit zur Stärkung der körpereigenen Regenerationsfähigkeit durch die Beeinflussung eines wichtigen molekularen Schalters für die Steuerung von Zellalterung und Zelltod im Zusammenhang mit der Verkalkung von Gefäßvorläuferzellen überzeugte er die Jury des Wissenschaftsforums Ge-riatrie. Der Bethesda Forschungspreis 2021 wurde Hegner am 3. September 2021 im Rahmen des Jahreskongresses der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie e. V. verliehen und würdigt seine Forschungstätigkeit in der Charité, mit der er weiterhin als Gastwissenschaftler verbunden ist und wo er auch weiterhin einem Lehrauftrag nachkommt. Der Forschungspreis, den das Wissenschaftsforum Geriatrie verleiht, wurde in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal vergeben.

Das Wissenschaftsforum ist ein Kreis von ca. 30 Geriatern, die forschen (einschl. der meisten Lehrstuhlinhaber im Fach Geriatrie). „Ich habe nach meinem Start hier den ersten Vorsitzenden der Stiftung Bethesda, Prof. Dr. Eberhard Meincke, gefragt“, so PD Dr. Alexander Rösler, Chefarzt/Geriatrie am Agaplesion Bethesda Krankenhaus Bergedorf gemeinnützige GmbH, „ob er einen Preis für die beste jährliche Forschung im geriatrischen Bereich stiften würde, und er hatte zugesagt.

Die Einsendungen repräsentieren, was sich in der Forschungslandschaft zum Thema Altern und Altersmedizin tut, auch zu den wichtigen Themen wie Gebrechlichkeit, Sarkopenie, molekulare Alterungsprozesse.“ Mit anderen Worten – der Preis ehrt Forschende, die sich mit Ursachen und Prävention von Alterungsprozessen beschäftigen, damit die Beschwerden zumindest abgemildert werden können. Ob am Ende des Weges der Jungbrunnen der Künstler stehen wird, bleibt abzuwarten!

 

F. J. Krause © SeMa

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