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Bettina Tietjen erinnert sich:

Früher war ich auch mal jung! Die charmante Wahlhamburgerin wurde am 5. Januar 1960 in Wuppertal geboren. Nach ihrem Germanistik- und Romanistik-studium arbeitete sie als Moderatorin, Reporterin und Autorin beim Radiosender RIAS in Berlin, beim WDR in Köln und für Printmedien. Anfang der 90er Jahre verlegte sie ihren Wohnsitz nach Hamburg. Seit dieser Zeit ist sie in vielen Sendungen vom NDR als Moderatorin nicht mehr wegzudenken. 2023 kann sie ihr 30-jähriges Jubiläum als Gastgeberin auf dem „Roten Sofa“ in der Sendung „DAS“, feiern. Ihre Fröhlichkeit und ihr Lachen übertragen sich oft auf die Talkgäste im Studio.

Bettina Tietjen – früher vor ihrem Zelt. Foto: © privat

Dass das Schreiben auch zu ihren Leidenschaften gehört, zeigt ihr neues Buch „Früher war ich auch mal jung“. Sie nimmt die Leser mit auf eine Reise durch ihr Leben. Darin blickt sie auf die Zeit bis 1991 zurück, berichtet über das Gestern und Heute und über die Inhalte ihrer Tagebücher, die sie von ihrem 14. bis zum 30. Lebensjahr führte.

Lange suchte sie im Keller nach einer versunkenen Welt, die dann endlich in einer verstaubten Schublade des Schreibtisches ihres Großvaters wieder auftauchte. Auf die Frage, was der ausschlaggebende Augenblick war, die geheimsten, den Tagebüchern anvertrauten Erlebnisse zu veröffentlichen, antwortete Bettina Tietjen: ,,Ich wurde gefragt, ob ich nicht Lust hätte, eine Biografie zu schreiben. Dazu fühlte ich mich noch zu jung. Ich weiß doch nicht, was ich noch alles erlebe. Dann kam mir die zündende Idee mit meinen Tagebüchern, die mich zu einer etwas außergewöhnlichen Biografie inspirieren könnten. Ich dachte, dass viele Menschen in meinem Alter auch rückblickend über ihr Leben nachdenken und bestimmt Gemeinsamkeiten in meinem Buch entdecken würden.“

Die Eltern von Bettina Tietjen. Foto: © privat

Die zweifache Mutter erinnert sich in den 304 Seiten an viele Dinge und Situationen, die sie glücklich machten, lässt aber auch die Momente nicht aus, die Wut, Verzweiflung und Resignation in ihr hervorriefen. Im Alter von sieben Jahren verlor sie ihre Schwester Verena und auch noch viel zu früh ihre Mutter. Dass sie sich jahrelang um ihren an Demenz erkrankten Vater kümmerte, ist das Thema ihres vorherigen Buches mit dem Titel „Unter Tränen gelacht“.

Die Leser ihres neusten Werkes erfahren unter anderem etwas über den 15-jährigen Klausi, ihre heimliche Liebe in der Schule und über ihre Begeisterung für das Zelten. Auch davon, dass die Gitarre ihre ständige Begleiterin in der Jugend war, ob in ihrem Zimmer, als Straßenmusikern oder auf der großen Wiese am Rand der Reihenhaussiedlung. Bettina Tietjen liebt Musik, das Singen und tanzt leidenschaftlich gern. Ein Geheimnis verrät sie auch: ,,Als ich meinen 61. Geburtstag pandemiebedingt nur im kleinen Kreis feierte, habe ich zu später Stunde die Musik bis zum Anschlag aufgedreht und ganz alleine auf dem Tisch getanzt.“

In diesem sehr lesenswerten und unterhaltsamen Buch stellt sich Bettina Tietjen auch diese Fragen: ,,Wie habe ich mit 14 die Welt gesehen, wie mit 20, mit 30 – und wie sehe ich sie heute? Woran habe ich geglaubt, wovon geträumt? Und was ist aus meinen Träumen geworden? Wie wichtig waren Eltern, Familie, Freundinnen und Freunde? Sie ist der Überzeugung: ,,Erwachsen- sein sollte nicht bedeuten, die Dinge und uns selbst nicht mehr infrage zu stellen. Wenn wir das Verdrängte, Durchlebte und Abgehakte bewusst wieder hervorholen, stellen wir am Ende vielleicht fest, dass der Blick zurück auch ein Blick nach vorn sein kann.“

Mit ihrer Gitarre musizierend auf der Straße. Foto: © privat

Ihr Märchenprinz Udo darf natürlich in den Aufzeichnungen nicht fehlen. Ab Seite 297 wird er angeschwärmt. Am 28.Dezember 1990 lernte sie in Südfrankreich während eines Kurzurlaubes ihren späteren Ehemann kennen. Es war für sie Liebe auf den ersten Blick. ,,Ich traute meinen Augen nicht. Groß, schlank, sportlich, strubbelige blonde Haare, glasklare grüne Augen, leicht verlegenes jungenhaftes Lachen, aber leider vergeben.“ Wie sie ihre große Liebe, den Hamburger Jung, doch bekam und im September 1992 heiratete und er bis heute ihr Traumprinz, ihre große Liebe, ihr Glück, ihr Mensch gewordenes Tagebuch ist, dem sie alles anvertrauen kann, ist im letzten Kapitel zu erfahren.

„Ich war auch mal jung“ ist im Piper Verlag erschienen und kostet 22 Euro. Die im Buch abgebildeten  60 Farb- und Schwarz-Weiß-Abbildungen sind aus dem Privatarchiv der Autorin.

 

Text: Marion Schröder + Piper Verlag

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