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Freizeitgruppe Tüdelband & Co strickt für Obdachlose

„Ich stricke nicht mehr in der Öffentlichkeit“, sagt Peter Runck, Chorleiter der Rock-Senioren und Leiter der Freizeitgruppe Tüdelband und lacht dabei. „Eine Zeit lang habe ich auch gern in Bus und Bahn gestrickt, aber das wurde dann irgendwann zu oft kommentiert oder ich musste mir die teils sehr langen Strickerfahrungen der Mitfahrenden anhören.“

Strickt seitdem er zehn Jahre alt ist: Peter Runck kommt bei dieser Handarbeit zur Ruhe und auf tolle neue Gedanken.
Foto: Peter Runck

Deshalb strickt der 67-Jährige jetzt meistens zu Hause. Vor allem abends vor dem Fernseher. „Das TV-Programm ist oft so langweilig. Wenn ich dabei nicht stricken würde, würde ich ganz schnell einschlafen“, zwinkert der Mann mit dem Faible für Wolle und Nadeln aus Holz oder Metall.

Zwei rechts, zwei links, zwei fallenlassen – Runck strickt seitdem er zehn Jahre alt ist. Ganz klassisch, wie damals noch üblich, lernte er zunächst im Handarbeitsunterricht an der Schule Häkeln. „Für einen Topflappen brauchte ich damals aber fast ein halbes Jahr. Meine Mutter nahm mich dann zur Seite und brachte mir das Stricken bei …“ erinnert sich schmunzelnd Runck. Inzwischen schaffe er manchmal sogar einen Schal in zwei Tagen, wenn das Muster nicht zu kompliziert ist.

Die meiste Freude machen ihm nicht nur die schönen Ergebnisse seiner Arbeit, sondern vor allem die Arbeit an sich, das Stricken. „Man hat den Kopf mal leer. Während ich stricke komme ich auf vollkommen neue Gedanken und mir fallen so viele Sachen ein, die ich machen will“, erzählt der 67-Jährige. Ob er auch während des Hantierens mit zwei Nadeln auf seine neueste Idee, für einen guten Zweck, für Obdachlose zu stricken, gekommen ist, ist nicht bekannt.

Für Obdachlose: Als Mitglied von der Freizeitgruppe Tüdelband hat sie sich mächtig ins Zeug gelegt und gleich auch je eine Mütze mitgestrickt.
Foto: Peter Runck

Im Herbst 2020 haben er und seine sieben Handarbeitsfreundinnen aus dem Rock-Senioren-Chor und der Freizeitgruppe Tüdelband insgesamt 212 Schals gestrickt, die sie dann vor allem an Obdachlose in der Mönckebergstraße und Umgebung verteilt haben. Der Anstoß dazu kam im vergangenen Herbst von der katholischen Kirchengemeinde Sankt Marien in Hamburg. „Damals mussten alle Schals orange sein. Das fand ich eigentlich nicht so gut, weil dadurch andere Menschen erkennen konnten, dass ‚die mit den orangen Schals‘ Obdachlose waren“, sagt Peter Runck. Da sich die Obdachlosen aber so sehr über das wärmende Geschenk gefreut hatten, wollen Runck und seine Damen weitermachen. Diesmal stricken sie ohne Vorgaben, das Ziel sei aber das Gleiche:

Im nächsten Winter wollen sie und mögliche Mitstreiter wieder einen Berg schöner Schals an Obdachlose verschenken. 50 Schals haben sie schon wieder fertig. Einige sollen noch hinzukommen. Dazu sucht der Mitbegründer der Freizeitgruppe Tüdelband noch Mitmacher. Besondere Fähigkeiten sind nicht von Nöten:  Die Schals sollten etwa 150 cm lang und 20 cm breit sein. Wer nur rechts kann, liefert rechts ab. Wer mehr möchte, kann auch mehrfarbig oder mit Muster stricken. Eine Ergänzung hat Runck aber: „Richtige Wolle können wir nicht so gut gebrauchen. Schals aus diesem Material können die Obdachlosen nicht gut waschen.“

Chic und warm: Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.
Foto: Peter Runck

Wer mitstricken oder Wolle für dieses Projekt abgeben möchte, wendet sich an Peter Runck unter Tel.: 04149 / 590 98 71. Gesucht werden neben fleißigen Handarbeitern/-Innen auch noch Wolle und Wollreste.

MITMACHEN

Wer mitstricken möchte oder Wolle sowie Wollreste zu spenden hat, wendet sich an Peter Runck unter Tel.: 04149 / 590 98 71
oder mobil 0163 / 6700 526.

Weitere Infos gibt es auch hier:

www.netzwerk-tuedelband.de

 

Corinna Chateaubourg © SeMa

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