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Tanzyoga – wenn die Asanas tanzen

Die Yogamatte bleibt zu Hause. Und Kopfüber-Stellungen muss auch keiner können. Beim Tanzyoga üben die Teilnehmer/-innen einen Teil der klassischen Yoga-Übungen zu flotter Musik aus.

Ein luftiges Oberteil und eine lockere Hose, in der die Bewegungen gut auszuführen sind, viel mehr braucht der Einzelne nicht, um an dieser modernen Form des Asana-Yogas teilzunehmen. Dann kann es auch schon losgehen: Ohne Yogamatte und weiteres typisches Zubehör, das beim Tanzyoga nur zur Stolperfalle werden könnte, wird der Körper in Bewegung gesetzt. 
Die sogenannten Asanas, also die im klassischen Yoga-Sinne überwiegend ruhenden Positionen, und alle weiteren Übungen werden dabei zum Rhythmus einer vorwiegend dynamischen Musik ausgeübt. Sie versetzt den Teilnehmenden nach und nach in einen dynamischen Fluss seiner Bewegungen – und formt aus der Gruppe einzelner Yogis eine gemeinsame Choreografie. 


Rhythmus, Musik und Gemeinschaft

Im Vergleich zu „normalen“ Tanzstilen spielen beim Tanzyoga, auch Yogadancing oder Yoga Dance genannt, die Elemente des traditionellen Yogas eine viel größere Rolle als die Schritte des Tanzens. In der Praxis konzentriert sich der Aktive daher auch besonders auf eine richtig ausgeführte Atmung, die vor allem Yoga-Einsteiger mit ihrem Kurslehrer lernen sollten, und immer wieder auf die Asanas. Der Sonnengruß, eine der wohl bekanntesten Yoga-Übungen, die sowieso aus einer Abfolge von mehreren Positionen besteht, wird dabei zum Beispiel zu einer tänzerischen Verschmelzung.

Verbundenheit von Yoga und Tanz

Zwischen Yoga und Tanz besteht generell eine alte, lange Verbundenheit, denn viele professionelle Tänzer nutzen Yoga, um sich mit den Übungen aufzuwärmen und ihren Körper geschmeidig und in Bewegung zu halten. So hat beispielsweise Ruth St. Dennis, eine bekannte Modern Dance-Tänzerin, schon vor vielen Jahrzehnten begonnen, Yoga, Bewegung, Gymnastik und Spiritualität miteinander zu verknüpfen. Außerdem kamen in den 1980er-Jahren einige Yogalehrer dazu, Yoga und Tanzerei miteinander zu verbinden, darunter Kali Ras, Kathleen Hunt und Kat Allen.

Nach und nach weiterentwickelt hat den Stil dann Theresa Elliot aus Seattle, die seit fast 30 Jahren Kurse im Yoga Dance gibt – vielleicht auch ausgehend von dem Gedanken, dass die Basis für eine tänzerische Yoga-Form schon viel früher geschaffen wurde: Der indische Gott Ganesha, ein Yogi in Höchstform, soll auch ein überragender Tänzer gewesen sein.

Umsetzbar zu fast jeder Musik

In der Praxis unterscheidet sich Tanzyoga durch Details vom üblichen Yoga: Meistens sind die Gruppen größer, wodurch auch die tänzerischen Choreografien besser umzusetzen sind. Die Wahl der Musik hängt dann oftmals vom Yogalehrer und vom Geschmack der Gruppe ab: Moves zu modernen Pop- und Elektroklängen, aber auch meditative indische Musik – bei Tanzyoga geht alles. 
Unter fachlicher Anleitung loslegen.

Wer auch im Alter noch gern tanzt und bereits Yoga-Erfahrungen hat, oder sich durch Tanzyoga an die uralte Bewegungs- und Entspannungsform herantasten möchte, der sollte einige Punkte beachten:
Wichtig ist vor allem, dass die Übungen zu den körperlichen Kapazitäten des Einzelnen – auch mit all ihren Einschränkungen und Handicaps – passen.

Daher ist es vor allem für SeniorInnen wichtig, Yoga oder Tanzyoga gerade anfangs unter fachlicher Anleitung anzugehen. Und der Yogalehrer sollte vorher Beschwerden und Einschränkungen abfragen, bevor er mit seinen Übungen beginnt.

Bei der Ausübung derselben kommt es, vor allem im Tanzyoga, auch nicht darauf an, dass der Teilnehmende eine Position lange halten kann. Im Gegenteil, bei älteren Menschen kann das sogar zu Schmerzen führen. Dagegen setzt Tanzyoga seinen Focus mehr auf eine fließende, entspannende und wohltuende Umsetzung.

Infos und Anbieter von Yoga Dance und artverwandten Formen in Hamburg:

www.asanayoga.de (Website für Yoga und Tanzyoga)
www.nordpole.de (Hamburg-Stellingen)

www.bea-dinger.de (Bea Dinger Yoga & Tanz)

www.die2-hamburg.de (Tanzschule Hamburger City)

A. Petersen © SeMa