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Einmal impfen ist nicht genug

Apotheker beraten zum Impfstatus

(pi) Herbstzeit ist Grippezeit. Viele Patienten wollen sich vor der unangenehmen Virusinfektion wappnen. Für diesen Zweck wird jedes Jahr ein neuer Impfstoff entwickelt, der die saisonalen Grippeerreger eindämmen soll. Nicht nur gegen Grippe sind Impfungen wirkungsvolle Mittel. Auch Keuchhusten, Kinderlähmung, Hepatitis und Co. werden durch eine kleine Spritze wirkungsvoll in Schach gehalten. Doch Vorsicht: Einmal impfen reicht nicht aus. Wer dauerhaften Schutz verlangt, muss seinen Impfstatus regelmäßig prüfen, betont die Apothekerkammer Hamburg. Dazu können Patienten die zuverlässige und kompetente Impfberatung in den Apotheken nutzen.

Starke Antwort auf gefährliche Gegner

Über viele Jahrzehnte hat sich das Impfen als wirkungsvolle Waffe im Kampf gegen zahlreiche bedrohliche Krankheiten erwiesen. Der menschliche Organismus kann sich mithilfe des Impfschutzes gut auf schwere, in manchen Fällen sogar lebensbedrohliche Infektionskrankheiten wie Tetanus oder Gelbfieber vorbereiten. Wenn abgeschwächte bzw. abgetötete Erreger oder Erregerbestandteile dem Körper zugeführt werden, provozieren sie eine Immunantwort des Organismus. Bei diesem Vorgang bilden sich sogenannte Gedächtniszellen. Sie kennen den „Bauplan“ für die speziellen Antikörper, die in Zukunft gegen die Erreger eingesetzt werden können. Bei einer eventuellen späteren Infektion ist der Körper so schneller fähig, den Erregern eine passende Immunantwort entgegenzusetzen. Allerdings ist die Schutzwirkung mancher Impfstoffe begrenzt: Nach einer gewissen Zeit muss deren Wirkung durch ein erneutes Impfen aufgefrischt werden.

Nicht jeder darf geimpft werden

In Deutschland gibt es derzeit keine Impfpflicht. Dennoch legt die ständige Impfkommission (STIKO) beim Robert Koch-Institut Empfehlungen für Impfungen in den verschiedenen Altersstufen fest. Erwachsene sollten beispielsweise ihren Schutz vor Tetanus alle zehn Jahre auffrischen lassen. Nach einer Verletzung oder einem Unfall befragen Ärzte ihre Patienten nach ihrer letzten Tetanusimpfung. Dann gibt der Impfpass Aufschluss. Allerdings kann sich nicht jeder impfen lassen. Generell gilt, dass Patienten mit einer stark geschwächten Immunabwehr von einer Behandlung abgeraten wird. Nehmen Betroffene Arzneimittel ein, die die Immunabwehr herabsetzen, sollten sie Lebendimpfstoffe, sprich Impfstoffe mit abgeschwächten Erregern, meiden. Gleiches gilt für Schwangere, die im ersten Drittel der Schwangerschaft auf jegliche Impfung verzichten sollten. Ab der 13. Woche können allerdings Totimpfstoffe verwendet werden. Eine Impfung gegen Grippe wird sogar durch die Ständige Impfkommission (STIKO) empfohlen. Wer akut unter fieberhaften Infekten leidet, sollte sich nicht impfen lassen, Ausnahmen können bei banalen Erkältungen gemacht werden. Auch bestehende Allergien müssen Patienten und Ärzte berücksichtigen. So können in Grippeimpfstoffen Spuren von Hühnereiweiß vorhanden sein. Personen, die darauf mit schwerwiegenden Allergien reagieren, sollten vor einer Impfung das Risiko mit ihrem Arzt besprechen.

Empfehlenswert: Grippeschutz für Senioren

Sobald der Herbst eintritt, werden wieder viele Patienten bei ihren Hausärzten nach einer Grippeschutzimpfung verlangen. Menschen ab 60, chronisch Kranken und Bewohnern von Altersheimen wird diese Impfung empfohlen, da sie anfälliger für die Erreger sind als junge und gesunde Menschen. Ebenso profitieren medizinisches Personal und Personen, die im Beruf umfangreichen Publikumsverkehr pflegen. Sie sind vielen Erregern ausgesetzt und benötigen zusätzlichen Schutz. Wer tropische Länder bereist, sollte sich über den Stand seiner Impfungen informieren und, falls notwendig, zusätzliche Impfungen für das Reiseziel in Erwägung ziehen. Viele Apotheken bieten eine ausführliche Beratung an. Dazu sollten Patienten mit ihrem Impfpass in die Apotheke kommen, damit der Apotheker einen Überblick erhält und die individuellen Vorkehrungen besprechen kann. Der Impfschutz wird dann entsprechend der STIKO-Empfehlungen überprüft.

Die Apothekerkammer Hamburg ist als Körperschaft des öffentlichen Rechts die Institution der apothekerlichen Selbstverwaltung für die ca. 2.400 Apotheker und Apothekerinnen sowie Pharmazeuten im Praktikum in Hamburg. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberuf. Er ist laut Gesetz für die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln zuständig. Wer Apotheker werden will, muss ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr absolvieren. Der Apotheker berät die Patienten hinsichtlich ihrer Medikation und unterstützt sie, ihre Therapie im Alltag umzusetzen. Als Fachmann für Arzneimittel und Prävention ist der Apotheker neben dem Arzt der erste Ansprechpartner in gesundheitlichen Problemen.

Tipps rund um die Gesundheit finden Sie auch auf: www.Gesundheits-Schnack.de