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Wechselwirkungen bei Erkältungspräparaten

Auch bei rezeptfreien Erkältungspräparaten beraten lassen

(pi) Winterzeit ist Erkältungszeit. Millionen Bürger greifen bei Schnupfen, Husten oder Halsschmerzen wie selbstverständlich zu rezeptfreien Erkältungsmitteln. Doch diese sollten nicht bedenkenlos und ohne Rücksprache mit dem Apotheker oder dem Arzt eingenommen werden. Denn bei einigen der Erkältungsmittel können, abhängig von der Grunderkrankung und der damit verbundenen Arzneimitteltherapie des jeweiligen Patienten, Wechselwirkungen auftreten. Grund zur Panik besteht jedoch nicht: Der Arzneimittelexperte kann beispielsweise durch einen Media-tionscheck prüfen, welche Erkältungspräparate zu der eingenommenen Medikation passen, weiß die Apothekerkammer Hamburg.
 

Vorsicht bei Medikamenten gegen Bluthochdruck

Am häufigsten treten Wechselwirkungen mit Erkältungsmitteln auf, die schleimhautabschwellend und gefäßverengend wirken. Sie sollen für freie Atemwege im Bereich der Nase und der Nasennebenhöhlen sorgen, allerdings können sie sich auch auf den Blutdruck auswirken. Patienten mit Bluthochdruck sollten Erkältungsmittel mit diesen Wirkstoffen besser meiden und auf andere Wirkstoffe ausweichen.

Vorsichtig mit Erkältungsmitteln müssen auch Patienten sein, die Blutverdünner einnehmen. Die oft in Erkältungspräparaten – auch in Halsschmerztabletten – enthaltenen schmerzlindernden, fiebersenkenden und antientzündlichen Wirkstoffe können die Blutgerinnung direkt oder die Wirkung des Medikamentes beeinflussen. In beiden Fällen weiß der Apotheker vor Ort Rat und kann ein passendes Mittel empfehlen.

Bei Husten oder Bronchitis werden häufig auch Schleimlöser eingesetzt, die die Wirksamkeit von Antibiotika beeinträchtigen können. Eine wichtige Nebenwirkung, die insbesondere Autofahrer kennen sollten: Einige Erkältungsmittel, insbesondere wenn sie Alkohol enthalten, schränken das Reak-tionsvermögen und die Fahrtüchtigkeit ein.

Medikamente müssen zueinander passen

Wer unter Schnupfen, Husten oder Halsschmerzen leidet, muss nicht auf lindernde Präparate verzichten. Allerdings sollten Tabletten oder Säfte zu den bereits eingenommenen Arzneimitteln passen. Die Apothekerkammer Hamburg rät allen Patienten außerdem, Erkältungsmittel bei unklaren Symptomen wie Unwohlsein, Benommenheit, Unruhezuständen oder Übelkeit abzusetzen sowie Arzt oder Apotheker zu konsultieren.

Die Apothekerkammer Hamburg ist als Körperschaft des öffentlichen Rechts die Institution der apothekerlichen Selbstverwaltung für die circa 2.400 Apotheker und Apothekerinnen sowie Pharmazeuten im Praktikum in Hamburg. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberuf. Er ist laut Gesetz für die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln zuständig. Wer Apotheker werden will, muss ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr absolvieren. Der Apotheker berät die Patienten hinsichtlich ihrer Medikation und unterstützt sie, ihre Therapie im Alltag umzusetzen. Als Fachmann für Arzneimittel und Prävention ist der Apotheker neben dem Arzt der erste Ansprechpartner in gesundheitlichen Problemen.