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Beratung, Bewegung und Begegnung –
Rheuma-Liga in Hamburg

20 Millionen junge wie alte Menschen in Deutschland leiden an Rheuma. Die einzelnen Erkrankungen, die in den rheumatischen Formenkreis fallen, sind vielfältig und reichen von rheumatoider Arthritis über Morbus Bechterew, Fibromyalgie bis hin zur Arthrose.

Interessenverband Rheuma-Liga

Die Deutsche Rheuma-Liga, Landesverband Hamburg e.V., setzt sich für die Verbesserung der Lebenssituation Rheumakranker ein. Sie kümmert sich um deren Interessen und Bedürfnisse. Der Verband möchte die Selbsthilfe der Rheumakranken fördern, z. B. durch Bewegungsangebote, Aufklärung und Beratung der Betroffenen.

Immer in Bewegung 

Viele Bewegungskurse wie Warmwassergymnastik oder Trockengymnastik sind in ganz Hamburg im Angebot, denn trotz Bewegungseinschränkung und Schmerzen ist gelenkschonende Gymnastik wichtig, um die Funktion zu erhalten. Diese Kurse werden von ausgebildeten Physiotherapeuten geleitet. Betroffene können sich von ihrem Arzt eine Verordnung über Funktionstraining ausstellen lassen und die Kosten werden überwiegend durch die Krankenkassen übernommen.

Vielfältige Hilfe

Unverbindliche Informationsgespräche, konkrete Beratung und vielfältige Broschüren bietet die Rheuma-Liga an. Seelischen Halt bekommen Betroffene in den Selbshilfegruppen, in denen das persönliche Schicksal mit anderen Rheumakranken geteilt werden kann. Seinen Mitgliedern bietet der Verband eine kostenlose Rechtsberatung bei einem spezialisierten Rechtsanwalt für Arbeits- und Sozialrecht an. Mit einem Jahresbeitrag von 45 Euro unterstützen die Mitglieder den Verband bei all diesen wichtigen Aufgaben.

Mehr als kleine Wehwehchen

Christel Kalesse ist seit 12 Jahren Vorsitzende der Rheuma-Liga, Landesverband Hamburg e.V. Seit ihrem 15. Lebensjahr ist sie an rheumatoider Arthritis erkrankt. Sie setzt sich für gute Beratung, Aufklärung und eine verbesserte Versorgungslage ein.

Was war Ihre Motivation, den Vorsitz des Landesverbands Hamburg e.V. der Deutschen Rheuma-Liga zu übernehmen?

Kalesse: Ich habe die Chance gesehen, dass die rheumatische Erkrankung endlich mehr in die Öffentlichkeit kommt. Ich habe mich an die Aufgabe langsam herangetastet und habe über die Jahre immer mehr Verantwortung übernommen. Bevor ich Vorsitzende wurde, war ich stellvertretende Vorsitzende und davor Beisitzerin. Ich habe auch von Anfang an als Beraterin geholfen. Ich bin gleich nach der Gründung 1973 Mitglied geworden. Betroffene haben die Rheuma-Liga ehrenamtlich aufgebaut. Damals war ich 28 Jahre alt. Ich dachte naiv, das dauert noch ein oder zwei Jahre und die Öffentlichkeit weiß Bescheid über Rheuma, aber das hat dann noch ein paar Jahrzehnte gedauert und ist ja auch noch nicht abgeschlossen. 

Rheuma – das sind ja keine kleinen Wehwehchen, sondern schwere Erkrankungen. Ich bin seit dem 15. Lebensjahr erkrankt. Kein Mensch kannte damals diese Krankheit. Selbst Ärzte kaum. Damals haben sich nur die Kurärzte mit Rheuma befasst, wenn man zur Kur war. Das war die einzige Behandlung. Man ist doch sehr allein gelassen worden mit seinen Schmerzen und Behinderungen. Neben der Öffentlichkeitsarbeit hat mich auch immer die Forschung interessiert, damit neue Medikamente entwickelt werden und die Erkrankung immer besser verstanden wird und eines Tages geheilt werden kann. Und ein dritter Punkt, der mir wichtig ist, ist die Mitsprache der Patienten auf Augenhöhe mit den Ärzten sowie die Patientenrechte.

Das Thema Rheuma ist vielfältig und vielschichtig. Wie schaffen Sie es, den verschiedenen Anforderungen in einem Verband gerecht zu werden?

Kalesse: Es reicht nicht nur die eigene Betroffenheit, sondern man muss sich auch für Medizin und Menschen interessieren und einen Blick für andere Erkrankungen haben, wenn man beraten möchte. 1,5 bis 2 Millionen Menschen sind beispielsweise an rheumatoider Arthritis erkrankt. Das ist aber nur eine der Krankheiten. Als Berater/-in muss man sich mit dem Themenkreis auskennen und es lernen bzw. muss sich informieren und nachlesen. Wir haben sehr umfangreiches Informationsmaterial bei der Rheuma-Liga. Es gibt bei der Rheuma-Liga regelmäßig Beratungstage, bei denen Betroffene vor Ort beraten werden. Außerdem eine telefonische Beratung sowie eine Anfragemöglichkeit per Mail. Die drei Säulen der Rheuma-Liga sind: Beratung, Bewegung und Begegnung. Der Verband mischt sich aber auch politisch ein, wo es notwendig und sinnvoll ist.

Wenn Sie einen Wunsch frei hätten, was die Gesellschaft in Bezug auf Rheuma tun könnte, welcher wäre das?

Kalesse: Eine bessere Versorgungslage. Trotz all der Foschungserfolge und neuen Medikamente wird die eigentliche Versorgung immer schlechter. Die Ärzte haben immer weniger Zeit und auch im Krankenhaus ist alles so rationalisiert, dass kaum Zeit für Erklärungen ist.

Menschen sind lange bei Hausärzten, bis sie endlich zum Rheumatologen kommen. Unser Motto ist aber: Je früher, desto besser. Eine gute Erstversorgung ist unerlässlich.Auch die Forschung muss weitergehen: Es gibt noch keine Mittel, die Rheuma heilen können, aber immerhin zum Stillstand bringen. Wir wünschen uns in der Deutschen Rheuma-Liga, dass die Menschen uns durch Ihre Mitgliedschaft unterstützen, um unseren vielfältigen Aufgaben gerecht zu werden.

Danke für das Gespräch.

S. Rosbiegal © SeMa

Kontakt:
Deutsche Rheuma-Lig
Landesverband Hamburg e. V.
Dehnhaide 120
Schön Klinik Hamburg Eilbek
Haus 8,  22081 Hamburg. 

Bürozeit: 
Montag bis Donnerstag 9-15 Uhr
Tel. 040/66 90 76 50
Fax. 040/669 07 65 25
www.rheuma-liga-hamburg.de

info@rheuma-liga-hamburg.de

Beratung: 
dienstags 14-17 Uhr und donnerstags 10-13 Uhr.