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KH2 – Senioren aktiv

Wie ein neues Projekt das Ehrenamt VON Senioren/-innen FÜR Senioren/-innen fördert

Seit Juli 2017 bei KulturistenHoch2: Peter Haack, erst Teilnehmer an kulturellen Veranstaltungen,
jetzt engagiert er sich selbst auch für andere.
Foto © KulturistenHoch2

Bisher ist das Hamburger Generationenprojekt KulturistenHoch2 (KH2) für sein Engagement zwischen Jung und Alt bekannt. Dabei besuchen Schüler/-innen und Senioren/-innen gemeinsam kulturelle Veranstaltungen.

Es wendet sich speziell an Menschen mit kleiner Rente, die Eintrittskarten werden unter anderem von Kultur-Leben Hamburg e. V. kostenlos vermittelt.

Jetzt starten die Kulturisten mit einem neuen Projekt: Es heißt „KH2-Senioren aktiv“. Hier organisieren Senioren/-innen selbst Treffen für andere, denn in jedem Menschen stecke auch im Alter noch viel Potenzial, sagt Friederike Stöhr, Projektleiterin Ehrenamt bei KulturistenHoch2. Auch die Teilnehmer/-innen werden, sofern sie das möchten, mit eingebunden.

Bei „KH2 – Senioren aktiv“ geht es vor allem darum, kulturelle Runden, sei es zum gemeinsamen Handwerken oder Basteln oder zum Lesen und philosophischen Debattieren, zu organisieren. Neue Ideen sind willkommen, gemeinsam etwas zu unternehmen und sich für Gleichgesinnte zu engagieren ist die Devise.

„Sie möchten gerne selbst etwas tun“ (Ulrike Stöhr)

Im Unterschied zu anderen Angeboten, die es in Hamburg schon gibt, setzen die Kulturisten auf die Senioren/-innen selbst, denn „zu den allermeisten bestehenden Angeboten kommen benachteiligte ältere Menschen als Empfänger/-innen – als passive Teilnehmer/-innen, die nichts weiter tun müssen als zum Angebot zu kommen. Das ist bei uns auch möglich, manche Senior/-innen können oder wollen nicht aktiv sein“, sagt Stöhr. Bei den meisten sei das aber anders:  Sie möchten gerne selbst etwas tun. „Wir unterstützen sie dabei. Hier organisieren Senioren/-innen, die früher passiv waren, aber mit der Teilnahme an KH2 wieder so viel Selbstbewusstsein gewonnen haben, dass sie mit unserer Hilfe selbst Treffen für andere anbieten.“

„Senioren/-innen werden zu Botschaftern/-innen und sind gleichzeitig Ansprechpartner/-innen für andere Senioren“, sagt Friederike Stöhr, Projektleiterin bei KH2. Sie erarbeitet derzeit ein Konzept, in dem Fragen wie „Was sollten wir für die Ehrenamtlichen tun?“ oder „Wie sieht eine optimale gemeinsame Kommunikation aus?“ beleuchtet werden. Foto: KulturistenHoch2

Aus Jung & Alt wird Alt & Alt

„Entwickelt hat sich das neue Projekt „Senioren aktiv“ aus dem schon bestehenden KulturistenHoch2-Projekt, mit einer großen Portion Eigeninitiative der Senioren/-innen“, erklärt Friederike Stöhr. „Sie haben sich auf verschiedenen Veranstaltungen von uns kennengelernt, sich gut verstanden und dann den Wunsch gehabt, sich auch über unser Engagement hinaus untereinander zu vernetzen.“

Diesen Ansatz zur Selbstwirksamkeit wollten und wollen die Kulturisten unterstützen und fördern. Mit Rat und Tat durch die Mitarbeiter/-innen konnten von Januar bis März bereits die ersten Treffen im Vereinsheim der Parkheim-Stiftung und im Juli im Landhaus Walter im Stadtpark stattfinden. Bei Kaffee und Kuchen wurde im Vereinsheim diskutiert, gespielt, Gedichte vorgetragen, Ratschläge gegeben, ein Kulturquiz veranstaltet – und auch Live- musik gehört. „Dass sich die Senioren/-innen auch selbst engagieren wollen, ist für uns ein wunderbares Signal. So haben wir erfahren, dass sie mit KulturistenHoch2 ihre Zurückgezogenheit und Einsamkeit überwinden konnten. Durch die neue ‚Aufgabe‘ wechseln sie von einer eher passiven in eine aktive Haltung“, so Stöhr.  

Gerade wird ein Raum für einen philosophisch-meditativen Kreis in Osdorf oder Umgebung gesucht, in Steilshoop wird nach der Corona-bedingten Schließung auf die Freigabe des Raumes im dortigen Nachbarschaftstreff für den KH2-Basteltreff gewartet. „Natürlich sollen diese Senioren-Netz-werktreffen nach und nach in allen Stadtteilen stattfinden, doch durch Corona hat sich auch hier vieles verzögert“, meint die Projektleiterin. Jetzt soll es aber weitergehen, soweit es die Hygienekonzepte zulassen, weiter mit der Devise: aktiv gegen die Einsamkeit mit mehr Kultur.   

Kontakt: https://kulturisten-hoch2.de/

 

Corinna Chateaubourg © SeMa

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