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Lebensgeschichten aus Hamburg

„Aber ich hab doch gar nichts zu erzählen“

Anke Brodersen, ...

(pi) Wie wäre es, wenn junge Menschen einfach auf ältere Menschen aus ihrem Stadtteil zugehen würden, um sie zu vielfältigen soziokulturellen sowie geschichtlichen Themen zu befragen?  Das Buch „Aber ich hab doch gar nichts zu erzählen“ ist das Resultat eines zweijährigen Projektes der Stiftung Generationen-Zusammenhalt. 32  Geschichten werden darin nun veröffentlicht.  

Das Mitte Oktober im KJM Buchverlag  erschienene Buch rückt  die Lebensgeschichten von alten HamburgerInnen würdevoll in den Mittelpunkt. Hieran sind 30 Hamburger SchülerInnen der Oberstufen maßgeblich beteiligt. Alt und Jung sind Teilnehmende der Initiative KULTURISTENHOCH2 (KH2) der gemeinnützigen Stiftung Generationen-Zusammenhalt.
Die ehrenamtlich bei KH2 engagierten Jugendlichen haben die SeniorInnen zu der Fragestellung „Welche Bedeutung haben Kunst und Kultur für Ihr Leben?“ interviewt. Herausgekommen sind 32 Lebensgeschichten voller Zeitzeugnisse und Offenbarungen. „Aber ich habe doch gar nichts zu erzählen“ war hierbei nicht nur einmal ein Ausgangspunkt, der sich im Gespräch in sein vollkommenes Gegenteil verkehrte: So wurde den zwischen 16 und 19 Jahre alten InterviewerInnen ein Reichtum an Erinnerungen und Erfahrungen vermittelt.

... Lydia Abliganz (s. o.) und 
andere erzählen ihre
Geschichten.

Die älteren Menschen besuchen dank der Initiative KULTURISTENHOCH2 (KH2) seit 2016 regelmäßig mit Oberstufen-SchülerInnen aus ihrem Quartier Kunst- und Kultur-Veranstaltungen. Gemeinsam und in wechselnden Konstellationen begegnen sich Mitwirkende beider Generationen im Rahmen eines Konzerts, eines Theater-, eines Opern- oder eines Ausstellungsbesuchs. Sie fahren zusammen zum Veranstaltungsort, tauschen sich aus, genießen das kulturelle Erlebnis und fahren danach wieder zurück in den Stadtteil. Im Idealfall haben sie Interesse an ihrem Gegenüber gefunden und verabreden unabhängig von der Initiative weitere Treffen. Andernfalls bleibt ein mehr oder weniger nachhaltiger Eindruck von einem Menschen der anderen Generation, von dem sie im Durchschnitt 55 Jahre trennen und dem sie ohne KH2 im eigenen Quartier vermutlich nicht begegnet wären.

Als Kulturbesuche aufgrund der Corona-Pandemie nicht mehr möglich waren, ältere Menschen zum Schutz vor dem Virus isoliert und SchülerInnen von den Schulen ferngehalten wurden, kam dem Team von KULTURISTENHOCH2 die Idee zu KH2biografisch: Oberstufen-SchülerInnen ab 16 Jahren führten Interviews durch, auch um den Generationen-Austausch auf Augenhöhe weiter zu ermöglichen. Diese Interviews wurden aufgrund der damals geltenden Pandemie-Verordnungen teilweise online per Videochat geführt.

Die Geschichten wurden von den Autorinnen Franziska Klotz und Isabel Lenuck aufbereitet. Die Porträtfotos der SeniorInnen stammen von dem Fotografen Antonino Condorelli. Das Geleitwort stammt von Prof. Dr. Harald Ansen, Professor für Soziale Arbeit, HAW Hamburg, Department für Soziale Arbeit.

Das Buch ist unter der ISBN:-Nummer 978-3-96194-193-3 im Buchhandel erhältlich.

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