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Mitbewohner gesucht!

Noch Plätze in Wohn-Pflege-Gemeinschaft frei

Zwischen historischen Fassaden treffen sich die Bewohner der verschiedenen Wohnangebote im begrünten Hof zum Reden, Kaffeetrinken oder einfach geselligem Beisammensein. Foto: Corinna Chateaubourg

Wer bei dem Aushang „Mitbewohner gesucht!“ an die Schwarzen Bretter an Universitäten oder anderen studentischen Einrichtungen denkt, hat recht. Aber nicht nur, denn auch für Ältere wird Wohnen in der WG immer interessanter. Die Vorteile liegen auf der Hand: Niemand ist zu Hause einsam, für gemeinsame Aktivitäten ist oft jemand da, und der Preis ist niedriger als in der eigenen Wohnung oder im Wohnheim.

Seit einiger Zeit gibt es bei der Hamburger Heerlein & Zindler-Stiftung (einer Schwester der Hartwig-Hesse-Stiftung) auch Wohn-Pflege-Gemeinschaften – speziell für Senioren mit Pflegebedarf, die keine Angehörigen oder Unterstützung aus dem sozialen Umfeld haben und somit auf einen rechtlichen Betreuer angewiesen sind.

Seit einem Jahr wohnt Regina Ludewig zusammen mit ihrem Mann in der dritten Etage des modernisierten Altbau-Komplexes der Stiftung in Sankt Georg. Zwischen Alster und Langer Reihe fühlt sich die 60-Jährige, die in Blankenese geboren und in Rissen aufgewachsen ist, rundum wohl. Es fehlen ihr nur noch ein paar weitere Mitbewohnerinnen und Mitbewohner. „Vielleicht ist es leichter mit Frauen, weil die so ein bisschen kommunikativer sind. Aber zu pingelig sollten sie nicht sein. Es gibt Wichtigeres als super gründlich abgewischte Tische“, sagt die gelernte Fremdsprachensekretärin und studierte Soziologin lachend. Vor einem Jahr ist sie – inzwischen körperbehindert und im Rollstuhl – aus ihrer 2,5-Zimmer-Wohnung in Rahlstedt hier mit ihrem ebenfalls pflegebedürftigen Mann hergezogen. „Allein in der Wohnung haben wir das zuletzt nicht mehr hinbekommen. Wir wollten der Situation noch mal etwas Positives, mit interessantem WG-Leben, entgegensetzen.

„Man muss offen sein für Menschen und flexibel sowie kommunikativ“, sagt Regina Ludewig, seit einem Jahr Bewohnerin der Wohn-Pflege-Gemeinschaft der Hamburger Heerlein&Zindler-Stiftung in St. Georg.
Foto: Corinna Chateaubourg

Wir wollten etwas Kommunikatives und Selbstbestimmtes. Wenn man am Stadtrand wohnt, kommt man ja nicht mehr so einfach unter Leute. Hier sind wir gezielt hergezogen, damit wir mal mit den Kindern einen Kaffee trinken gehen oder im Hof nett sitzen und plaudern können. Auch wenn Freunde und Nachbarn zuerst sehr zweifelten, finden sie inzwischen, dass dieses Wohnkonzept gut zu uns passt“, so Ludewig, die sich selbst als verbindlich und sehr freundlich beschreibt.  

Neun Personen können hier in der dritten Etage (natürlich mit Fahrstuhl) in der Koppel 17, Haus G, wohnen. Die Zimmer sind um die 15 Quadratmeter groß. Hinzu kommt die Nutzung der Gemeinschaftsräume, wie Küche, Wohnzimmer oder Hauswirtschaftsraum. Alle Zimmer verfügen über ein eigenes, barrierefreies Bad. Eigene Möbel können mitgebracht werden. Auf insgesamt 300 Quadratmetern befinden sich die neun Zimmer. 550 Euro inklusive Service zahlt Regina Ludewig für circa 34 Quadratmeter; die Pflege kommt separat dazu.

Kontakt: Heerlein&Zindler-Stiftung, Philipp Rudolph, www.heerlein-zindler-stiftung.de, Tel. 040 280 08 59 0

 

Corinna Chateaubourg © SeMa

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