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Mucke mit der Uke

Bei den Eppendorfer SchlagSaiten spielt das Alter keine Rolle

Immer wieder montags … treffen sich die Eppendorfer SchlagSaiten im „Grünen Zimmer“ der KunstKlinik in der Martinistraße 44. Die „Eppendorfer SchlagSaiten“ – so der Name der Band –  besteht aktuell aus 16 Mitgliedern, vier Männern und zwölf Frauen. Alle spielen Ukulele, die meisten singen auch, und Hans-Werner Kubon ist zusätzlich Rhythmusgeber auf dem Cajón, einer Kistentrommel. Jeden zweiten und vierten Montag wird um 19.30 Uhr geprobt.

Seit fast viereinhalb Jahren üben sie hier dieses gitarrenähn-liche viersaitige Zupfinstrument, die Ukulele! Offenbar erlebt die „kleine Gitarre“ gerade eine regelrechte Renaissance. Kaum ein Monat vergeht, in dem es keine Veranstaltung, kein Treffen von Ukulele-Spielern oder ein Festival, bei dem die Ukulele eine Rolle spielt, gibt. Bei zahlreichen Workshops erweitern die Fans ihr Repertoire und verfeinern ihre Künste. Die Kurse heißen „The Roaring Ukies“ („Goldene- Zwanziger“-Musik), „Rock-o-Lele“ (Rockmusik)  oder „The good, the bad and the ukie“ (Countrymusik) und machen klar: Ukulele-Spieler sind auch in Sachen Titelgebung meist kreative und fröhliche Menschen.

Durch einen Workshop, der am 6. Juni 2015 unter der Leitung von Rolf Lindhorst stattfand, haben sich die ersten Mitglieder dieser Formation kennengelernt. Begeistert vom neuen Instrument, blieben sie dabei und gründeten ihre Band. Heute sind noch vier „Gründungsmitglieder“ mit von der Partie.  „Das Tolle an dieser Gruppe ist die Spielfreude“, sagt Ilona von See. Sie ist zwar nicht von Anfang an dabei, aber immerhin schon seit vier Jahren Mitglied im Ensemble. Ganz aus Rissen kommt sie her, um mit den anderen gemeinsam ihrem Hobby zu frönen. Durch einen Unfall kam sie zur Sopran-Ukulele. „Ursprünglich habe ich Gitarre gespielt, jetzt kann ich meinen linken Arm nicht mehr richtig strecken, um die Akkorde zu greifen, und habe deshalb zu dem kleineren Instrument gewechselt“, so die 70-Jährige. „Das geht sehr gut.“

„Mir ist wichtig, dass man Ukulele auch noch als Rentner lernen kann“ sagt Hans-Werner Kubon schmunzelnd, der neben dem Zupfinstrument auch auf dem Cajón, einer Kistentrommel, spielt oder eher trommelt. Der 71-Jährige kommt aus Lokstedt und war vor seiner Rente Fluggerätemechaniker. „Die Ukulele kann man in vier bis sechs Wochen lernen“, so Kubon. „Man hat sehr schnell Erfolgserlebnisse, und das finde ich toll.“

Toll findet er auch das gemeinschaftliche Erlebnis, die Community, die es um das Instrument und die Spieler in Hamburg gibt. Aus dem gleichen Grund geht auch Andreas Hirschfeld aus Altona zwei- bis dreimal in der Woche zu Ukulele-Treffen. „Mir geht es eigentlich mehr ums Singen“, sagt der 67-Jährige, der sich selbst augenzwinkernd als „Rampensau der Truppe“ bezeichnet. So wie er kommen hier viele über die Gitarre zur Ukulele. Und über den Gesang. „Die Stärke unserer Band ist, dass wir alle singen“, meint Franziska Niemann, Gründungsmitglied der Eppendorfer SchlagSaiten. „Wenn wir Konzerte haben und zur Musik singen, dann singt oft auch das Publikum mit. Das ist toll“, so die Frau aus Winterhude. „Und wir haben mehrere Stile. Neben Rock, Pop und Blues können wir auch Schlager, Volkslieder und hawaiianische Musik.“ Wie sich die anhört, wird dann auch gleich vorgeführt.

Der Text (zum Mitsingen) vom „Hawaiian War Chant“:  Tahuwai la a tahuwai wai la Ehu hene la a pili koo lua la Pututui lu a ite toe la Hanu lipo ita paalai …

Da fühlt sich der Zuhörer im windigen Hamburg gleich ein bisschen wie in der Südsee. Dabei hat ursprünglich ein por- tugiesischer Einwanderer 1879 das Instrument von Madeira nach Hawaii gebracht. Aber das ist eine andere Geschichte ...                      

Corinna Chateaubourg © SeMa