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Post mit Herz

Wenn plötzlich viele Leute mitmachen …

Gegen die Einsamkeit: Acht Hamburger haben mit „Post mit Herz“ eine Aktion gestartet, die Sendern und Empfängern von Weihnachtspost viel Freude bereitete. Foto: Post mit Herz

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber ich finde, Corona hat auch viele gute Seiten. Halten Sie mich jetzt nicht für übergeschnappt, aber im vergangenen Jahr sind so viele gute Aktionen ins Leben gerufen und umgesetzt worden, zu denen sich – ohne Corona – möglicherweise sonst niemand aufgerafft hätte. Da ist zum Beispiel das Projekt „Post mit Herz“. Acht junge Erwachsene um Hamburgerin Gina Staschke haben zunächst die Idee gehabt, dass Leute anderen Leuten, die vielleicht einsam in einer Einrichtung sind, Karten oder Briefe zu Weihnachten schreiben. Die Idee an sich ist schon mal gut, die Ausführung und das Ergebnis sind noch viel besser.

Zunächst haben die acht Anfang November 2020 überlegt, wie das Ganze gehen könnte, kontaktlos und nach allen Regeln des Datenschutzes. „Das war gar nicht einfach. Zunächst haben wir über 1500 Einrichtungen per Mail angeschrieben und unsere Idee vorgestellt. Nicht alle haben geantwortet oder sich zurückgemeldet, doch bald stand fest: Über 360  Häuser wollten mitmachen“, erklärt Gina Staschke, Kaffeeexpertin bei einem großen Hamburger Unternehmen.

Aufruf zur Mitmenschlichkeit: „Oft denkt
man, dass nur mit Geld oder Essen ge-holfen werden kann. Natürlich ist das absolut essenziell. Aber auch einige Worte von Herzen sind Balsam für die menschliche Psyche. Gerade Menschen, die niemanden haben und auf der Straße leben, kriegen selten liebe Worte zu hören – meist eher das Gegenteil. Schenkt doch jemandem genau diese Worte. Jeder hat es verdient!“
Foto: Post mit Herz

Am 8. Dezember – und zahlreiche Programmierstunden später – ging die Webseite postmitherz.org live, das heißt sie war für jedermann sichtbar. Dann konnten sich die 367 Einrichtungen kurzerhand über die Webseite anmelden und erklären, wie viele ihrer Bewohner sich über Weihnachtspost freuen würden.

Die acht Hamburger hatten parallel begonnen, via Webseite und soziale Medien interessierte Schreiber zu suchen. „Und das war nicht schwer! Über 19.600 Schreiber/-innen haben mehr als 36.500 Briefe geschrieben!“, begeistert sich die 32-Jährige immer noch. Und die Reaktionen? „Auf beiden Seiten überwältigend. Wir hätten nicht damit gerechnet, dass sich so viele Menschen auf Anhieb beteiligen würden.“ Mitgemacht haben Schulklassen, junge Leute, ganze Familien und sogar eine Über-80-Jährige ... also ganz unterschiedliche Menschen. „Weil die Botschaft am Ende immer von Herzen kommt“, vermutet Organisatorin Staschke. „Ich denke, dass die Menschen primär etwas Gutes tun wollten, indem sie einsamen Menschen Worte der Nächstenliebe geschrieben haben.“

Sogar Brieffreundschaften seien entstanden, eigentlich hätten viele der Empfänger den Absendern, (die ihre Adresse mitgeschickt hatten) auch geantwortet. Und nicht nur das: Weil die Aktion Post mit Herz zu Weihnachten so gut gelaufen ist, sind die ehrenamtlichen Macher, die ver- gangenen November und Dezember richtig viel Zeit und Engagement investiert haben, bereits wieder in der Planung für eine neue Aktion. Wer mitmachen möchte – als Sender oder Empfänger von „Post mit Herz“ – meldet sich kostenlos unter postmitherz.org an.        

Info:

Post mit Herz im Internet:

postmitherz.org (Webseite) und bei
instagram.com/postmitherz (Instagram)

 

Corinna Chateaubourg © SeMa

 

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