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Welthospiztag und Hamburger Hospizwoche

Würdevolle Begleitung bis zuletzt

Ehrenamtliche Begleitung im Hamburger Hospiz.
Foto: Hamburger Hospiz/Eva Häberle

Niemand  soll  in soziale Isolation geraten, weil sie/er oder ein/-e Zugehörige/-r im Sterben liegt. Das hat die Hospizbewegung sich auf die Fahnen geschrieben und viel erreicht. Hamburg verfügt über eine überdurchschnittlich hohe Anzahl an Hospizbetten. Die qualifizierte Palliativ-versorgung in Krankenhäusern sowie ambulant durch ein Netz an Palliative Care Teams ist flächendeckend gesichert. Und der Anspruch auf Unterstützung durch einen ambulanten Hospizdienst im Pflegeheim oder zu Hause ist gesetzlich abgesichert und wird von den Krankenkassen finanziert. Trotzdem war in den vergangenen Monaten auch in der Hospiz- und Palliativarbeit alles anders. Auch die Begleitung von Sterbenden und ihren Zugehörigen war durch Kontaktbeschränkungen stark eingeschränkt. „Was vielerorts gefehlt hat, war das Menschliche – die Nähe“, so beschreibt es Sven Goldbach vom Vorstand der Landesarbeitsgemeinschaft Hospiz- und Palliativversorgung Hamburg. „Wir wussten ja alle nicht, wie umgehen mit Covid-19.“ Für Goldbach persönlich habe sich die Vorgabe, 1,5 Meter Abstand zu halten, komplett falsch angefühlt. „Es gehört doch zur qualifizierten und menschlichen Palliativversorgung dazu, die Ehefrau eines Patienten auch mal in den Arm zu nehmen“, findet der Leiter eines ambulanten Palliativdienstes. Dabei war die Situation in der ambulanten Versorgung noch vergleichsweise gut gegenüber der stationären Pflege, wo die Patienten komplett isoliert waren von ihren Zugehörigen und Stationen zusätzlich noch mit Personalmangel zu kämpfen hatten, wenn Mitarbeiter/-innen in Quarantäne waren.

Etliche Patient/-innen und Angehörige hätten sich wegen der Kontaktbeschränkungen nach Hause entlassen lassen, darunter auch Covid-Patient/-innen. Goldbach und seine Mitarbeiter/-innen konnten diesen Wunsch unterstützen. Auf Hygiene wie dem Waschen der Hände würde bei der ambulanten Pflege ohnehin geachtet. Und natürlich müssten nicht gerade zehn Angehörige um das Bett stehen, wenn die Pflegekräfte vor Ort sind. „Doch bis auf den Mundschutz arbeiten wir ambulant wie zuvor“, so Goldbach. „Das kann uns auch die Pandemie nicht nehmen.“

Das Fazit von Goldbach, der in den vergangenen Monaten viele Gespräche geführt hat mit Familien, Pflegekräften, ehrenamtlichen Hospizbegleiter/-innen, Patient/-innen und Leiter/-innen aus anderen Einrichtungen: „Wir müssen eine Lösung finden, wie wir Sterbende und ihre Zugehörigen trotz allem würdevoll begleiten können. Den Angehörigen, die die Sterbenden nach Hause geholt haben, geht es heute deutlich besser als denjenigen, die keine Chance hatten, sich persönlich zu verabschieden. Mein persönlicher Wunsch wäre, den Abschied zu ermöglichen.“     

Welthospiztag und Hamburger Hospizwoche

Auch in diesem Jahr laden die Hamburger Hospiz- und Palliativeinrichtungen dazu ein, sich den Themen Sterben, Tod und Trauer zuzuwenden. So hat der Landesverband Hospiz und Palliativarbeit Hamburg zum Welthospiztag 2020, am 10. Oktober die Theatertruppe hidden shakespear, engagiert, über Sterben, Tod und Trauer zu improvisieren (11-12 Uhr online unter www.welthospiztag-hamburg.de). Und während der Hamburger Hospizwoche vom 11. bis 18. Oktober wird die Travestiekünstlerin Fanny Funtastic jeden Tag aus dem Schmidtchen eine der Formen der Hospiz- und Palliativversorgung erklären (online unter www.welthospiztag-hamburg.de). Humor und Komik sollen dabei ausdrücklich nicht zu kurz kommen, denn der Spaß am Leben gehört genauso zum Leben dazu wie das Sterben.

Aus dem Programm der Hamburger Hospizwoche

Zeitenwende und Heimatfieber, Führung durch die Benefizausstellung mit Kunstwerken von Hamburger Künstler/-innen, Sonntag, 11.10.20, stündlich ab 11.15 Uhr sowie neun Mal mittwochs ab dem 14.10.20, jeweils um 18 Uhr, Hamburger Hospiz, Anmeldung unter info@hamburger-hospiz.de

Film: Arbeiten auf der Palliativstation, Kurzinterviews mit Mitarbeiter/-innen aus den unterschiedlichen Bereichen einer Palliativstation, ab Sonntag, 11.10.20, über www.d-k-h.de, Website des Agaplesion Diakonieklinikums Hamburg

„Und wo bleibe ich?“– Angehörige in der Begleitung Schwerstkranker und Sterbender, Vorstellung von Unterstützungsmöglichkeiten für Angehörige in und um Hamburg, Amalie-Forum, Anmeldung unter Tel. 040/603 30 01

Weitere Veranstaltungen und Infos unter www.welthospiztag-hamburg.de

 

Maria Jansen © SeMa

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